Die Abwrackprämie. Ein Thema vom letztem Jahr. Und doch wurde ich heute wieder daran erinnert, denn ich höre SWR2. Eine sehr interessante Diskussionrunde entspann sich dort, bei der mithin ein Faktum in die Runde geworfen wurde. Von der Abwrackprämie profitierten am wenigsten deutsche Marken.
Is klar, diese – Daimler, BMW, die hochpreisigen VW-Marken – operieren vor allem im Oberklasse-Segment. Gleichzeitig wurden bei der Gelegenheit ein ernsthaft großer Stapel an wunderbar funktionierenden Fahrzeugen entsorgt, was in den betreffenden Gebraucht-Branchen zu unnötiger Aufruhr geführt hat. Wenn man dazu bedenkt, daß ein Großteil der ökologischen Ödness eines Autos bei seiner Herstellung erzeugt wird, ist die Stärkung des Verkaufs von Peugeots und Toyotas als wenig geschickt zu betrachten. Gewiss, die anderen haben die gleichen Programme gehabt, aber die Franzosen hatten eine Bonusliste für den Kauf eines Neuwagens anhand des CO2-Ausstoßes und die Koreaner haben ihre Kohle in die Forschung gesteckt. Dagegen sieht die deutsche Maßnahme ziemlich … depp aus.
Es ist ein Beispiel von vielen, aus allen Regierungen. Das Grundelement ist unbeholfener Aktionismus, nach deutschem Stil erstmal overpowered and overgunned. Warum der No-Name-Bohrer, wenn der Kollege doch ne Hilti hat? In solchen Momenten stelle ich mir immer wieder vor, wie ich neben einem steineschmeißenden Zyklopen stehe und schreie: “Ja, ich weiß, daß du das kannst! Aber warum tust du’s dann?”
Als nächstes rege ich mich dann häufig über die EU-Subventionen für Großbauern und Agrar-Konzerne auf. Mir ist momentan kein Tun bekannt, daß dem von Monsanto et al. an Finsternis gleich kommt. Daneben ist die ungleiche Verteilung der Agrar-Subventionen ein Kern vielerlei öder Folgen aus gutem Wunsch. Rein menschlich, nur allzu menschlich alldas – aber deswegen auch änderbar.
Und dann kommen die Verbesserungskonzepte, meist Detail-Lösungen. Kohlepfennig abschaffen und dafür ein paar tausend Tote pro Jahr in chinesischen Stollen hinnehmen. Würd ja auch Ressourcen sparen für die Zukunft. Aber das führt auch zum Aussterben eines kompletten Technologiezweiges in dem Deutschland führend ist. Ja, aber führend sind wir mittlerweile auch in Regenerativen Energien. In der Branche werden genauso viele Leute beschäftigt, wie in der Automobil-Branche. Und hätten die Chinesen nicht vor Jahren alle Produktionsdaten gerippt, wären wir da auch Marktführer. Blöd, eigentlich.
Etc. pp.
Diese logischen Ketten lassen sich zu Bäumen verästeln, die die Server-Farm von Google nicht unter Kontrolle bringt.
Aber glücklicherweise sind wir Menschen menschlich. Mit einer gewissen Vorhersehbarkeit lässt sich das Verhalten der modernen Gesamt-Gesellschaft auf ein Prinzip zusammenstreichen: Geld. So deprimierend das ist. Positiv gesehen bedeutet dies alles aber hauptsächlich eins – wenn man die Finanzen des Staates in Ordnung bringt, kann er plötzlich Dinge bestimmen, anstatt bestimmt zu werden. Plötzlich kann er die Aufgaben erfüllen, für die er erschaffen wurde. Er kann für Recht sorgen, den Bürgern Schutz vor Wegelagerern und den Steuereintreibern der Raubritter bieten. Ein jeder möge für Wegelagerer und Raubritter sein eigenes Bild einfügen.
Aber wie kommt man dahin? Die alte Litanei – Aufräumen der Subventionen, Vereinfachen der Steuern, Entfernen des Blutegels Gesundheitsunwesen. Ein aufrechter Großverdiener kann tausend Familien am Existenzminimum unterstützen. Wenn er seine Steuern zahlt, anstatt sie abzuschreiben. Wenn wir neue Arzneimittel haben wollen, sollten wir Geld direkt in die Forschung stecken, anstatt in die Verwaltung von Kranken. Und das billige Befriedigen von Pfründen über Subventionen ist seit den 7% für Hotels eine Lachnummer.
Die letzten hundert Jahre an Weltgeschichte haben uns gezeigt, daß die Ursache von allem meist monetäres Gewinnstreben ist. Oder an mangelnder wirtschaftlicher Kraft verendet. Es ist folglich sinnvoll, das Problem an der Wurzel anzupacken. Insoweit habe ich einen Aufruf: BRINGT DIE VERDAMMTE KASSE IN ORDNUNG!