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Cyberpunk Comics – eine Auswahl – Teil 1/n

Das Genre Cyberpunk ist in Relation zum Historiendrama eher klein. Vom Film zur Novelle liegen die klassischen Klassiker vorne – mit einer Ausnahme: Comics. Dafür gibt es gute Gründe. Comics sind schnell, verführerisch und vor allem sind die Special Effects billig. Jeder Zeichner wird bestätigen, daß er preiswerter ist als ein Hollywood-Schinken. Und gute Schreiber müssen schreiben – einfach jemand zu überreden, der davon abhängig ist. Also Bilder mit Worten.
Ich lese und schreibe Comics seit einigen Jahren und dabei sammelte sich so einiges an. Einige lesenswerte Exemplare fasse ich mal hier zusammen – hier liegen die Hits, ‘Runs und Jobs einfach nur so auf der Straße der Bilder, genauso wie viele schöne Handouts:

Transmetropolitan: Science Fiction ist der Spiegel unserer Gesellschaft in der Zukunft. Hier ist ein Mann, der diesen Spiegel mit den Milchzähnen von Baby-Seelöwen anschärft, bis er Seelen schneidet. 60 Hefte von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Unbedingte Empfehlung.

2020 Visions: Jamie Delano, Frank Quitely, Warren Pleece, James Romberger, Steve Pugh: Vier Visionen einer Zukunft, verbunden durch eine Doppelhelix. Jeder Blickwinkel anders, aber voll Tiefe und Intelligenz. Verdient meine Nummer Zwei in dieser Reihe.

Lazarus Churchyard: Warren Ellis, D’Israeli: Ein unzerstörbarer Hippie in einer dystopischen Zukunft. Ellis schafft es Gefühle in seine Seiten zu bannen wie später in Desolation Jones. Dazu D’Israeli Art und das Ergebnis ist mehr als ansehnlich.

DMZ: Brian Wood, Burchielli: New York im zweiten amerikanischen Bürgerkrieg. Story-lastig und intelligent. Brian Wood schreibt hier an seinem Meisterstück und das auch schon wieder seit sechs TPs. Das vorhandene Material reicht für ein dickes Quellenbuch.

V für Vendetta: Alan Moore, David Lloyd: Remember, remember the 5th of November… Der Rest ist Stille.

The Nightly News: Jonathan Hickman: 9/11 induced information overload. Eine Konspiration gegen globale MedienCorps. Ein Comic wie eine Website, blitzlichthaft und innovativ. Hyperlinked concept/information rich/fragmentary whole.

Channel Zero: Brian Wood: Kunststudenten im Krieg gegen eine kommerzialisierte Diktatur. Urbane Propaganda Guerilleros, Sprayer, Hacker und Runner. Brian Woods Flugblätter sind legendär. Die Story wie Graffiti, stylische Schlaglichter gegen den schwarzen Mann. Sehr empfehlenswert.

Surrogates: Robert Venditti, Brett Weldele: Die Menschen bleiben auf ihren Sofas und schicken nur noch ferngesteuerte Ersatzmenschen zur Arbeit. Dagegen wehren sich die Rastas, Ludditen des 21. Jahrhunderts. Guter Krimi, grobe, ausdrucksstarke Zeichnung.

Elephantmen: Starkings, Casey, Ladronn: Anthropomorphe Tiere leben in einem Film Noir. Sie sind die Superkrieger des letzten Krieges, suchen heute ihren Platz zwischen den Menschen. Einer von ihnen ist Hip Flask, ein Nilpferd-Detektiv in den Häuserschluchten von Los Angeles. Unter der großartigen Kunst leidet bisweilen die Story, dennoch sehr sehenswert.

Empty Zone: Jason Alexander: Was flaches mit Action. Corrines Black Ops Team ist tot, sie wird verfolgt. Zwischen FlashBacks und übertriebender Gewalt findet sie sich selbst. Cyberpunk in einer Mischung zwischen Rollenspiel und Bladrunner. In gewisser Weise so typisch wie Cyberpunk werden kann. Nice.

Besondere Erwähnung:
Tank Girl: Jamie Hewlett, Alan Martin: Der Klassiker der Grrl-Literatur. Post-Apokalyptische Gewalt, dumme Sprüche und Killer-Känguruhs. Ein Spaß für die ganze Familie.

Grendel: Matt Wagner: Die späteren Bände um Orion Assante hatten deutliche Stilelemente von Cyberpunk – auch wenn Grendel vor allem erstmal Grendel ist – eine Odyssee. Klassiker.

Next Time: Wahrscheinlich auch ein Comic-Titel. Beim nächsten Mal geht es um die Titel, die ich heute vergessen habe.

Veröffentlicht am: 14.09.2010 in Kategorie: Cyberpunk, Spielerei


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