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Kategorie: Cyberpunk


Netrunning 2010

6. Oktober 2010 - 22:11 Uhr

Vergiß die VR.
Willkommen auf der Kommandozeile. Und am Telephon.
Kevin Mitnick hat es propagiert, alle anderen nehmen es mit einem Seufzen hin: Passwörter bekommt man am Telephon am besten. Ein Anruf kostet nicht viel, Vorwände gibt es genug. Wenn das nicht hilft: Öffentliche Angestellte werden nicht so gut bezahlt, daß ein paar von ihnen keinen Hunni nebenbei annehmen würden. Adressen. Finanzdaten. Andere Angestellte geben ihr Passwort schonmal für nen Schokoriegel raus. Da lässt sich schon was machen mit einem überzeugenden Auftreten – und damit meine ich nicht “Ok, ich lass den Granatwerfer im Panzer.” – sondern eher das diskrete eines Anwalts, einer Wirtschaftsdetektei oder als Marktforscher. Was auch immer. Der Hintergrund macht die Story.

Das klingt nicht ganz so sexy wie das originale Netrunning. Man braucht dafür Personal Skillz. Brr. Und dann denkt man sich vielleicht, hey, wir ham doch Second Live und WoW, könnte man da nicht… Nein, man kann nicht. Und zwar aus einem einfachen Grund. Lag. Hier geht es nicht um FPS, hier gehts darum, daß jede Schicht eines Frameworks Nanosekunden kostet. Das addiert sich zu einer hübschen Summe, wenn man sieht, daß jede Komponente eines Programms – GUI, DB, Logik, Validierung, Benutzer-Management und die diversen Schnittstellen – aus mindestens einem Framework bestehen. Die Dinger werden lahm wenn man sie in 3D darstellt. Und wenn irgendwo noch XML im Spiel ist, geht die Performance einfach ins Bodenlose.
Von wegen Spiel, bei Spielen geht das ja auch, fixe Graphik und Logik, kommt da das Gegenargument.
Aber im Ernst, willst Du Speed oder Halus, Choomba? Eben. Denn Du gewinnst mit der Kommandozeile die wunderbare Magie von kleinen Skripten. So winzig, daß man sie in den Metadaten von Bildern verstecken kann.

Wobei wir bei den Hacks sind. Als Klassifizierung und Grundstock für einen zeitgemäßen ‘Run lege ich mal diese drei Phasen zu Grunde:
- Recherche
- Delivery
- Action

Recherche
Finde alles raus, was es über das Ziel herauszufinden gibt. Nicht mehr und nicht weniger. Benutze Suchmaschinen, Mapping-Apps, Forum- und Twitter-Suchen, Social Networking und die Gelben Seiten. Alles hilft und ganz besonders das auf echtem Papier. Denn das gilt. Bits sind flüchtig, Tinte färbt die Faser. Wichtig sind Wohnort, Name des Haustiers, Literaturpräferenzen, Online-Spiele, eben alles. Und ganz besonders natürlich das Betriebsystem, der Browser und die Firewall, is klar.

Delivery
Unter diesem Punkt versteht man die Frage: Wie bringe ich die Nutzlast zum Ziel? Klingt nach Logistik, isses eigentlich auch. Wo steht der Rechner? Welche Schnittstellen bieten sich an? Welche Schwierigkeiten gibt es auf dem Weg? All diese Dinge werden in der Recherche abgehandelt. Und die kann schon mal ne Woche oder drei dauern.
Am Ende sollte man aber ein Set von Angriffsvektoren haben. Davon ist der allerbeliebteste immernoch die Email. Komm schon, klick auf den verlockenden Link… Daneben gibt es noch einen Stapel Clickjacking-Attacken und dergleichen, aber die meisten von denen sind eher was für Gruppen, die sich Carder-Milieu rumtreiben wollen. Was ich eher als Hintergrund für eine Story empfehlen würde, denn als echten Spielhintergrund. Zu lahm. Für gezielte Attacken nutzt man doch besser den obfuskierten(DE?) Link oder die (PDF/Word/Excel/etc-)Datei.
Daneben gibt es noch die allseits beliebten Standardpasswörter auf Netzwerkgeräten und Servern, Abhören von Passwörtern bei Starbucks und admin/admin auf produktiven Testrechnern – der übliche Wahnsinn. Darauf kann ein Hacker hoffen, aber nicht damit rechnen, vor allem nicht weil Management Interfaces nur ins Intranet zeigen. Sollen.

Nope, keine direkten Angriffe auf Firewalls. Exploits dazu sind zu selten und das Patchen zu schnell. So zumindest der Plan. Webserver sind ne andere Geschichte, solange man einen 0day hat, der noch nicht von den Filtern auf der Firewall entdeckt wird. Wenn man dann den Server gepnwd hat, kann man sich langsam aus der DMZ ins Innere aufmachen. Dazwischen liegt noch mindestens eine Firewall, was das ganze nicht einfacher macht. Aber als Nutzlast einer SQL-Anfrage aufs Backend geht da schon was. Von dort aus muß man sich dann weiter bewegen, möglicherweise ohne Kontakt nach außen, nur anhand geskripteter Befehle. Alles sehr tricky und insgesamt mit geringen Erfolgsaussichten gesegnet, außer man ist true 1337. Drum die deppen Links. Damit kommt man einfach und direkt ans Eingemachte.

Ok, sicherlich wollte jetzt jemand etwas von ICE hören, von coolen Abwehrprogrammen und so. Ja, wär cool wenn. Aber die Realität besteht aus einer SMS um drei Uhr nachts, GREP und Log-Dateien. Oder dem Äquivalent als aufbereitete Browser-Graphik. Geh davon aus, daß auf irgendeinem Bildschirm ein Alert auftaucht und auf ein paar Zeilen Kontext-Daten verweist. Diese wenigen Zeilen sagen der armen Sau von der Bereitschaft wie ihr IDS auf den irregulären Datentransfer reagiert hat. Das IDS – Terror der Administration. Bekannt dafür, daß sie so lange False Positives ausstößt, bis man sie abschaltet. Ok, natürlich nicht bei Zielen, wie sie ein Netrunner der was auf sich hält, angreift. Arasaka-Admins bekommen wahrscheinlich Stromschläge für jeden Alert. Alle 5 Sekunden, die das Fenster offen ist.

Action
Unter diesen Bedingungen bildet sich eine Situation, in der ein Trojaner für bis zu eine Woche unbehelligt bleibt, wenn er erstmal durch die Firewall durch ist. Eine Woche, weil davon auszugehen ist, daß entweder ein Virenscan oder ein komplettes Rücksetzen auf den letzten Snapshot einmal pro Woche passiert. Dennoch ne ganze Menge Zeit um Unsinn zu machen. Sinnvollerweise sollte man dabei auf die Übertragung der eigenen MP3-Sammlung verzichten – IDSse nutzen statistische Algorithmen um auffälligen Netzwerkverkehr zu detektieren. All dies allerdngs nur, falls der blöde Desktop nicht virtualisiert wurde und direkt am nächsten Morgen wieder rein und frisch erscheint.

Wenn man denn endlich Zugriff auf den Desktop-PC von Abteilungsleiter X erlangt hat, geht die Sucherei erst los.
Das Postfach eines typischen Execs besteht aus 1/4 Vendor-News, 1/4 Social Networking, 1/4 Projektneuigkeiten und 1/4 langweiliger Administrativa. Kurz gesagt, man erkennt, womit sich der Mensch befasst und welche Probleme es in seinen Projekten gibt. Kann hilfreich sein, oder auch nicht.
Der Abteilungsleiter hat weiterhin Zugriff auf diverse Datenbanken, ein CVS/SVN, das CRM, das ERP-System und die Zeitaufschreibung. Nicht zu vergessen das File-System ist das ne ganze Menge Zeug. Selbst bei Pipes, die so groß sind, daß andere Leute Landmaschinen durchfahren, ist das immer noch zu viel Information. Also heisst es, die Spürnase mit dem richten Such-String anzufächeln. Und dafür braucht man die Ergebnisse der Recherche…
In jedem Falle hilft es, wenn man ein klares Ziel hat.

Final Score
Damit sind wir bei meinem Resumée des Hackens: Um zeitgemäß zu hacken braucht man die ganze Gruppe von Cyberpunks. Ein Face fürs Social Engineering, den Solo für die physikalische Sicherheit und das Beschatten sowie den Netrunner um NMAP zu starten. Über den Fixer ziehen sie sich den Exploit und der Media wertet das ganze aus. Alle haben Spaß. Und wenn mal kein Exploit zur Hand ist, geht immernoch das Post-It mit den Passwörtern unter der Tastatur.
All das bietet keine abgefahrenen virtuellen Welten, aber dafür jede Menge Action in der RL. Also genau das, was ein Spielleiter will.

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Kategorie: Cyberpunk, Spielerei

Cyberpunk Comics – Geheime Wunder – 3/n

21. September 2010 - 00:06 Uhr

Wie in allem gibt es bei Cyberpunk-Comics die Highroller, die gut gemeinten Versuche und jene, die irgendwo dazwischenliegen. Heute geht es um letztere, die unbekannten Schätze aus den hinteren Kisten. Sie lohnen sich nämlich auch und manchmal noch mehr als die Schnelldreher in den Regalen. Denn sie sind Cyberpunk im Stoff gefärbt, diese Storys funktionieren nur im Rahmen von Cyberpunk. Falls Ihr auf einer Comic-Börse über sie stolpert, holt sie euch.

Forever Amber: Don Hudson: Amber ist eine Art KopfgeldjägerIn. Sie jagt Mitarbeiter ihrer Megacorp, die gekündigt haben. Denn niemand darf kündigen, es herrscht Vollbeschäftigung. Und zwar unerbittlich, wie ein flüchtender Wissenschaftler feststellt. Konzernintrigen und übertriebener Waffeneinsatz folgen.
Leichte, schnelle Zeichnung, gute Story, einige schöne Twists. Alles, was man sich von einem guten Comic erwünschen kann. Eine Story vor allem für Corps und Solos, die werden sie aber lieben.
Inklusive Game Stats des Hauptcharakters.

Accelerate: Richard Kadrey, Pander Bros.: Hitec Gangers hustling high. Eine kleine Gruppe von Freunden, die sich inmitten der rivalisierenden Gangs des ehemaligen L.A. durchschlagen. Kleine Diebstähle und Abzockereien eskalieren als eine Droge ins Spiel kommt – Accelerate. Das High macht so schnell, daß alle anderen Menschen still stehen. Die Junkies befinden sich in einer gänzlich neuen Zeit, in der einfache Knarren nicht funktionieren. Zu langsam.
Feines Konzept, schöne Ausführung, interessante Storystwists. Gute Unterhaltung. Gutes Material für Ganger und Fixer.

Cyberella: Howard Chaykin, Don Cameron: Der Elektroladen in Roswell hat Alien-Technologie abgegriffen, die ihnen bis zum Ende des Jahrhunderts totale Macht als Megacorp in ihrem Teil der Welt gegeben hat – Slangeliego. Eine Stadt, die sich über die gesamte Westküste der USA erstreckt. Die Bevölkerung hört, sieht und atmet Corporate Propaganda und die fokussiert sich in Cyberella. Als Online-Game, duft und Kleidungsmarke, mit denen sich die einfachen Leute abends in ihre Simulationssärge legen. Alles ist gut, alle sind subliminal beglückt. Doch dann läuft etwas falsch.
Krasse Story-Twists (die teilweise in Richtung Shadowrun gehen), sehr schöne Seiten – leider habe ich nur die ersten vier Hefte von 12. Ärgerlich.

Hypersonic: Dan Abnett, Steve White, Gary Erskine: “2009. The skies over Northern Laos. Below an Army is on the move.” Amerikanische F-16 Piloten in ihrem zweiten Vietnam, diesmal aber direkt gegen die Chinesen. Es ist ein dreckiger Krieg, in dem die Piloten nur noch mit Speed und Amphetaminen über Wasser gehalten werden. Einer der Piloten sieht über dem Schlachtfeld einen Foo Fighter und geht der Sache auf den Grund. Klassische Kriegsgeschichte mit Konspirationen und MIBs.
Großartige Zeichnungen machen die Kriegsgeschichte zu einem visuellen Fest. Lohnend.

Shaolin Cowboy: Geofrey Darrow, Peter Doherty: Schwer zu beschreiben. Und doch so einfach. Zeugnisse hoher Druckkunst, gefüllt mit der besten Comic-Kunst und viel Text. Gesprochen wird der von einem Esel, dem Begleiter des Shaolin Cowboy. Auch Krabben haben Sprechrollen in der Post-Apokalypse. Was aber geschieht? Kämpfe. In Slow-Motion und glorreichen Farben über lange Seiten, kommentiert durch einen plappernden, britischen Esel. Man hat es in der Hand und fragt sich:
Wow. Wow! Aber was mach ich jetzt damit?
Dieses Comic durchschlägt den Absurdometer nach oben. Und dennoch schlägt man es auf und weiß: Diese schönen Hefte haben sich gelohnt.

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Kategorie: Comic, Cyberpunk, Spielerei

Cyberpunk Comics – One Sh*t Wonders – 2/n

18. September 2010 - 02:42 Uhr

Beim letzten Mal schrieb ich über die Besten der Besten, graphische Novellen mit dem Prädikat wertvoll. Aber die Dinge laufen nicht immer so gut für Comic-Autoren. Manchmal ist es die Verlagspolitik, an der sie scheitern. Andere sind einfach noch zu früh dran, die Welt ist noch nicht reif für ihre Ideen. Diese Dinge geschehen. Aber meistens liegt es einfach daran, daß sie schlechte Storys geschrieben haben.

Die heute folgende Auswahl zeichnet sich dadurch aus, daß es von ihnen jeweils nur eine Ausgabe gab, allerhöchstens zwei. Das gute ist, dies macht sie selten. Das schlechte ist, leider nicht unbedingt begehrt.

August: James Murphy, Stephen Meryk Colgan: Repo Girl in Soho, Londons dereguliertem Borough. Großartige Einleitung, danach folgt das, was man erwarten würde. Ein wildes Gefecht mit einem Klienten, dann die Auftragsvergabe und der Cliff Hanger. Methodisch richtig. Von allen One Shots zeigte dieser die meiste Hoffnung.

Skid Roze: Miles Gunther, Jason Burrows: Ein klassisches Mad Max-Szenario mit finsteren Banden in der dystopischen Wüste und Wissenschaftlern in verborgenen Oasen. Gute Zeichnungen, nette Story, leider ist das Konzept nicht neu.

Zaibatsu Tears: Richard Bartrop: Ich zitiere aus dem Nachwort – “Why Zaibatsu Tears? I suppose the main reason I did it was the apparent absurdity of the concept “funny animal cyberpunk”. Dem habe ich wenig hinzuzufügen. Guter Zeichner, Schwächen in den Dialogen, gangbare Story. Aber CyberFurrys sind einfach falsch.

Zero Street: Thomas Hong: Deutliche Manga-Züge im amerikanischen Format. Nettes Mädchen von nebenan entpuppt sich als Cyborg-Killer. Es folgen wilde Gefechte als sie einen Hit ausführt und an die Wand fährt. Wenig überraschend.

Negative One: Eirich Olson, Robert Kilgore: Hiervon gab es tatsächlich eine zweite Ausgabe. Das liegt sicherlich vor allem an den Zeichnungen, die durchweg gute Qualität haben. Und auch das Szenario ist hinreichend komplex: Die Weltregierung hat die Kernwaffen beseitigt und zum Wohlstand geführt – wie üblich nicht für alle und die Unterschicht gräbt sich nun in den Untergrund auf der Suche nach Unabhängigkeit. Der Held ist der Chef der Anti-Terror-Einheit, in der Story wird er mit einer Reihe von Anschlägen von Dritten konfrontiert. Und die dritten sind natürlich seine Auftraggeber. Das fand ich schade.

Caligari 2050: Ken Holewczynski: Caligari ist ein geheimes Forschungsprojekt in KI-Technologie. Der resultierende Computer wird natürlich selbstbewusst und beginnt menschliche Schläfer zu programmieren. Ein Mensch namens Caesar wird zu seinem Assassinen und führt schlafwandelnd seine Jobs aus. Er begegnet dabei einer jungen Dame, die ihn mit einem ‘Ich liebe Dich!’ zum rechten Zeitpunkt erlöst und den Computer logischerweise zerstört.
Seufz.
Die Idee mit den Sleeper Agents ist gut, der Rest so berechenbar wie das Setup der Story. Leider sind die Zeichnungen genauso unbeeindruckend wie die Story. Falls Ihr zufällig über das Heft stolpert, kauft Euch ne Tageszeitung. Darunter kann man besser schlafen.

Next Time: Nach diesem Rundumschlag folgen beim nächsten Mal einige gute Auftritte, an die man sich heute leider nicht mehr erinnert.

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Kategorie: Comic, Cyberpunk, Spielerei

Cyberpunk Comics – eine Auswahl – Teil 1/n

14. September 2010 - 01:00 Uhr

Das Genre Cyberpunk ist in Relation zum Historiendrama eher klein. Vom Film zur Novelle liegen die klassischen Klassiker vorne – mit einer Ausnahme: Comics. Dafür gibt es gute Gründe. Comics sind schnell, verführerisch und vor allem sind die Special Effects billig. Jeder Zeichner wird bestätigen, daß er preiswerter ist als ein Hollywood-Schinken. Und gute Schreiber müssen schreiben – einfach jemand zu überreden, der davon abhängig ist. Also Bilder mit Worten.
Ich lese und schreibe Comics seit einigen Jahren und dabei sammelte sich so einiges an. Einige lesenswerte Exemplare fasse ich mal hier zusammen – hier liegen die Hits, ‘Runs und Jobs einfach nur so auf der Straße der Bilder, genauso wie viele schöne Handouts:

Transmetropolitan: Science Fiction ist der Spiegel unserer Gesellschaft in der Zukunft. Hier ist ein Mann, der diesen Spiegel mit den Milchzähnen von Baby-Seelöwen anschärft, bis er Seelen schneidet. 60 Hefte von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Unbedingte Empfehlung.

2020 Visions: Jamie Delano, Frank Quitely, Warren Pleece, James Romberger, Steve Pugh: Vier Visionen einer Zukunft, verbunden durch eine Doppelhelix. Jeder Blickwinkel anders, aber voll Tiefe und Intelligenz. Verdient meine Nummer Zwei in dieser Reihe.

Lazarus Churchyard: Warren Ellis, D’Israeli: Ein unzerstörbarer Hippie in einer dystopischen Zukunft. Ellis schafft es Gefühle in seine Seiten zu bannen wie später in Desolation Jones. Dazu D’Israeli Art und das Ergebnis ist mehr als ansehnlich.

DMZ: Brian Wood, Burchielli: New York im zweiten amerikanischen Bürgerkrieg. Story-lastig und intelligent. Brian Wood schreibt hier an seinem Meisterstück und das auch schon wieder seit sechs TPs. Das vorhandene Material reicht für ein dickes Quellenbuch.

V für Vendetta: Alan Moore, David Lloyd: Remember, remember the 5th of November… Der Rest ist Stille.

The Nightly News: Jonathan Hickman: 9/11 induced information overload. Eine Konspiration gegen globale MedienCorps. Ein Comic wie eine Website, blitzlichthaft und innovativ. Hyperlinked concept/information rich/fragmentary whole.

Channel Zero: Brian Wood: Kunststudenten im Krieg gegen eine kommerzialisierte Diktatur. Urbane Propaganda Guerilleros, Sprayer, Hacker und Runner. Brian Woods Flugblätter sind legendär. Die Story wie Graffiti, stylische Schlaglichter gegen den schwarzen Mann. Sehr empfehlenswert.

Surrogates: Robert Venditti, Brett Weldele: Die Menschen bleiben auf ihren Sofas und schicken nur noch ferngesteuerte Ersatzmenschen zur Arbeit. Dagegen wehren sich die Rastas, Ludditen des 21. Jahrhunderts. Guter Krimi, grobe, ausdrucksstarke Zeichnung.

Elephantmen: Starkings, Casey, Ladronn: Anthropomorphe Tiere leben in einem Film Noir. Sie sind die Superkrieger des letzten Krieges, suchen heute ihren Platz zwischen den Menschen. Einer von ihnen ist Hip Flask, ein Nilpferd-Detektiv in den Häuserschluchten von Los Angeles. Unter der großartigen Kunst leidet bisweilen die Story, dennoch sehr sehenswert.

Empty Zone: Jason Alexander: Was flaches mit Action. Corrines Black Ops Team ist tot, sie wird verfolgt. Zwischen FlashBacks und übertriebender Gewalt findet sie sich selbst. Cyberpunk in einer Mischung zwischen Rollenspiel und Bladrunner. In gewisser Weise so typisch wie Cyberpunk werden kann. Nice.

Besondere Erwähnung:
Tank Girl: Jamie Hewlett, Alan Martin: Der Klassiker der Grrl-Literatur. Post-Apokalyptische Gewalt, dumme Sprüche und Killer-Känguruhs. Ein Spaß für die ganze Familie.

Grendel: Matt Wagner: Die späteren Bände um Orion Assante hatten deutliche Stilelemente von Cyberpunk – auch wenn Grendel vor allem erstmal Grendel ist – eine Odyssee. Klassiker.

Next Time: Wahrscheinlich auch ein Comic-Titel. Beim nächsten Mal geht es um die Titel, die ich heute vergessen habe.

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Kategorie: Cyberpunk, Spielerei

Kneipengespräche/Mitgeschnitten

29. August 2010 - 02:33 Uhr

Dadrüben. Sie blickt alle 3,5 bis 7,4 Sekunden auf. Guck net so, natürlich ist da ein Randomizer drin.
Die Frau ist ein verdammter Cyborg, siehst’s net?
Realskin, Alder. Billiges dazu. Die Textur wiederholt sich alle 7 Centimeter.
Die hockt ganz tief drin in ihrem Kopf und spielt nach krasse Art von First Person Shooter.
Fully Immersive.
Von den Voluntary Borgs findest du keinen, der nicht irgendwann nen Titel in den eGames gezogen hätte.
Umgucken, Scheißen, Atmen – alles Skripte.
Verdammte Freaks, wenn du mich fragst.

Was guckst du so?!
Oh.
Du kannst nicht anders.
Sorry, im ersten Augenblick…nimms net persönlich.
Die Haut sieht ziemlich echt aus.
Ach, sie ist echt?
Frisch bezogen? Von wem?

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Kategorie: Amusement, Cyberpunk, Spielerei

Warfare 2010

7. Juli 2010 - 10:17 Uhr

Wie sehen Konflikte in der Nahen Zukunft aus? Abgesehen von Drohnen und dem Netz als Schlachtfeld ändert sich kaum was. Es gibt wie immer nur um Sex, Death and Tourism, Einschalt- und Ausschaltquoten müssen eben stimmen.

Rent-a-Soldiers in zweifelhaften Einsätzen: Blackwater war nur ein bekanntgewordenes Beispiel. Weshalb sie wohl auch heute noch im Spiel sind – wenn auch unter anderem Namen. Allem Aufschrei zum Trotz werden sie bei allem eingesetzt, daß nicht nach einer offenen Feldschlacht aussieht. Mithin allem, was die Kriegsführung im 21. Jahrhundert hergibt.
Das ist gut wie auch schlecht. Einerseits gibt es den geistig Kriegsversehrten der demokratisch gewählten Kriege eine Heimat, andererseits sind sie auch keiner staatlichen Aufsicht untergeordnet. Sie können tun und lassen was sie wollen – was sie denn auch tun. So hat sich in den wenigen Jahren ihrer Öffentlichkeit ein Kern von Sicherheitsfirmen hervorgetan, die ihre Aufgaben sauber erledigen. Sie sind nett zur Zivilbevölkerung oder es gibt keine Zeugen. Die Einsätze der Staaten haben damit durch die Wahl der Einsatzkräfte ein unterschiedlich hohes Ansehen.
Anlass zur Sorge gibt derweil der steigende Umsatz dieser Unternehmen. Offen und verdeckt betreiben nun Rüstungsunternehmen den Aufkauf der guten Namen im Söldnergeschäft. Um sich ein Standbein im Krieg des angebrochenen Jahrhunderts zu sichern, wie auch der Imagepflege wegen. Tighte Action geht nur mit ner MP-5k, das wissen wir seit 1977.
Fucking Wertarbeit vs. hyper-immersed Drone-Shootists heißt das Spiel dadraußen.

Grassroots Activism und Friedensstifter: Die westliche Zivilisation nimmt sich so langsam selbst wahr. Nach und nach merkt unsere Kultur, wie sie auf andere wirkt. Und sie hat Antikörper für die Krebszellen unserer Kultur entwickelt. Eine neue Kultur von Schlichtern bahnt sich ihren weg, Menschen, die zwischen 1 und 0, Jubel und Verdammnis, noch eine Welt von Menschen sehen. Es sind noch wenige, aber ihr Mut und ihr Beispiel haben nicht nur einmal die ‘tubes slashdotted.
Jedes Jahr gibt es ein Paar Leute, die sich dazwischenstellen. Bisweilen werden sie dabei aufgenommen, meistens nicht. Es ist das ungeschriebene Gesetz, daß sie anonym bleiben. 4chan forward.

WarCoding: Schon heute sind regierungsnahe Gruppen einiger Staaten – kein direkter Einfluß, full deniability – am Werke, Nachbarstaaten auszuheben. In anderen Staaten ist der Einfluß genauer zu lokalisieren. Nichtsdestotrotz haben .gov-Hacker eine führende Rolle – deren Erzeugnisse nicht selten in die Public Domain fließen. Von Petersburg bis Langley, ihre Rüstungsspirale ist unaufhaltsam, kein Gleichgewicht der Kräfte in Sicht. Was mithin daran liegt, daß in Petersburg und Langley riesige Local Clouds existieren, Fehler aber immer geschehen. Und diese können auch von einem Hacker aus dem Niger auf 2400 Baud genutzt werden. Easy Money.
Das denken sich auch tausende von Fanbois, Tuxisten und Patrioten. Sie veranstalten DOS-Attacken gegen den Feind du jour oder besorgen BlackMatter gegen politische Feinde. Ohne staatliche Aufsicht, aber mit viel Wohlwollen hoher Stellen.
Das ganze wird nicht umsonst Warcoding genannt. Warcoder operieren zielgerichtet, mit den Ressourcen eines Staates oder einer Corp hinter sich. Hacker funktionieren anders, wenn auch überschneidend.

Staaten: Es gibt sie immernoch und sie haben auch noch relevanz. Wenn auch in einem vielfach präkeren Gleichgewicht mit den MegaCorps. Staaten sind sinnvoll und nützlich, auch zum Nutzen der Corps. Sie halten die Dinge in Ordnung und geben den Menschen Ziele. Allen relevanten Spielern ist bekannt, daß die Idee der Nation in sich viel zweischneidige Kraft birgt, weshalb proaktive Ersetzungen von Nationen durch Unternehmen bislang rasch unterbunden wurden.

Rohstoffkonflikte: In der Arktis und Antarktis, in der chinesischen See, eigentlich überall auf der Welt gibt es mehr oder weniger bewaffnete Konflikte über Rohstoffe. Ein großer Krieg hilft niemandem, weswegen man sich wie in den letzten 50 Jahren zuvor auf Proxy-Wars beschränkt. Davon gibt es dafür recht viele. Die Arktis selbst wurde durch ein heikles Stück Arbeit aufgeteilt, das vor allem darauf fußt, daß die ausbeutenden Unternehmen allen Beteiligten Abgaben zahlen.
Eine Unterart der Rohstoffkonflikte ist der Kampf um Wasser. Einige vorrausschauende Regierungen haben beizeiten Wasseraufbereitungsanlagen gebaut, andere ihr Geld in Streitkräfte gesteckt, die die Zuflüsse ihres Landes sichern sollen. Dritte kaufen in anderen Staaten Quellen auf, um (Markt-)Macht zu erlangen.
Sabotage, politischer und wirtschaftlicher Druck sind hierbei die häufigsten Mittel, anders als bei den Befreiungskriegen.

Ökonomischer Terrorismus: Der Nachfolger des alten Schreckgespensts Islamischer Terrorismus. Seit Carlos dem Schakal wissen wir, daß Terroristen käuflich sind. Das sie ihren Preis haben wußten wir schon vorher. Geändert haben sich die Ziele nur marginal – unter dem Deckmantel einer ökologischen oder religiösen Ideologie sprengen Menschen Dinge in die Luft, um ein Zeichen zu setzen. Nach wie vor wird ihnen dies von den Medien gewährt – Blut an überraschenden Stellen hat seinen Sensationswert in einer von Sensationen übersättigten Gesellschaft.
So haben nicht nur Sabotageakte an Abbauanlagen, sondern auch mediengesteuerte Mordanschläge zugenommen. Die Welle fing in Südamerika an und wurde in Europa verfeinert zu einem illegalen Quotenbringer.

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Kategorie: Cyberpunk, Spielerei

Utility Electronics 2010

24. Juni 2010 - 22:00 Uhr

Ein weiterer Teil der Betrachtungen zur Technologie von Morgen im Heute. Heute zu Gebrachselektronik, wie sie heute schon überall zu finden ist – vom Handy bis über Fahrzeugelektronik bis zum GPS. Die folgenden Gedanken zeigen einige Wege, wie die Saat aktueller Technologien aufgehen kann. Sie sind die coolen Spielzeuge, mit denen Gearheads und Cyberpunks spielen.

The Street finds its own uses for things – William Gibson.

Die Neue Ordnung: Jeder hat einen Mail-Client, jeder hat einen Online-Kalender und er hat ihn immer dabei. Wer seine Termine nicht mehr wahrnimmt, will sie nicht wahrnehmen. 15min früher kommt ja unweigerlich die Benachrichtigung. Dafür funktionieren Absagen nun auch vorformatierte Standard-Mails. Dies gibt einem unachtsamen Umgang sicherlich Vorschub, weshalb sich im Hintergrund eine kleine Minderheit formt, die wieder handgeschriebene Briefe verschickt. Zwar werden auch diese mit LightPens geschrieben und können nachbearbeitet werden, aber der Gedanke zählt.

Smartphones als Portal/Thick Client für Cloud-Anwendungen: Die Menge an Daten, die wir verwalten wird nicht kleiner. Auch wenn der tatsächliche, schriftliche Content sich in Grenzen hält, haben doch alleine Bilder ein gewaltiges Volumen. Daneben tragen die großen Identity Provider wie Google und Facebook ihre IDs in Brückendatenbanken zusammen und nehmen mithin riesige Authentifizierungsapplikationen in Betrieb. Auf diese greift wirklich jeder zu – mit den zu erwartenden Mengen von Angriffen auf den Mechanismus. Darüberhinaus werden die ersten Bemühungen unternommen, die großen Online-Bezahlsysteme zu verbinden. Gewaltige SAP-Implementierungen mit Millionen von Benutzern, eng verwoben mit einem harten Kern aus LAMP-Shops. Yeehaw.

Steampunk und Krudismus: Was ist der nächste, letzte Schrei nach dem iDesign? Der Trend schlägt auf das Gegenteil um und zwei große Richtungen spalten sich ab: Im Steampunk wird hoher Technologie ein mechanisches Äußeres gegeben, ein viktorianischer Historismus greift um sich, der auf vielen Ebenen als Sehnsucht nach einfacheren Zeiten gedeutet wird. Entsprechend werden auch die Interfaces umgedeutet – an Stelle von Zwei-Finger-Gesten werden nun solide Schalter und Schieberegler genutzt. Sie geben die Illusion von Kontrolle der Technologie.
Im Krudismus werden die bisherigen Design-Philosophien konsequent verneint. Gewünscht ist ein Design, daß klobig und kantig ist wie die 80er. Wartungselemente werden hervorgehoben, Schnallen, Nieten und Klammern halten die Geräte zusammen. Die etablierten Design-Blogger sprechen von einer grundsätzlichen Ablehnung von Verzierungen, von einem positiven ‘Ingenieurismus’, in dem die Funktion vor dem Design steht.
Und schließlich gibt es natürlich die Fortführung bekannter Design-Konzepte mit immer weniger Berührungsoberfläche und immer mehr eingesetzten Gliedern. Der letzte Schrei ist die optische Abtastung der Hände, sodaß selbst kleinste Bewegungen der Finger in Befehle übersetzt werden können. Diese sind insbesondere bei Gamern beliebt, wobei es mittlerweile etablierte Minimalwerte zur Wellenlänge des Lichts gibt. Da haben sich doch einige die Finger verbrannt.

Pads als Schulbuch & Schulheft-Ersatz: Schulbücher kosten Kohle. Und zwar nicht zu knapp, wie jeder Kultuspolitiker bestätigen kann. Drum ist der Umschwung vom Papier zum Allzweckwerkzeug gegeben. Die Kinder spielen mit ihren Pads und kennen damit schon am Ende der Grundschule alle Tricks, mit denen sie ihr Werkzeug am geschicktesten Einsetzen. Ein hohes Maß an Technikkompetenz folgt, eine Unbefangenheit, die sich in hart gesicherten Schulsystemen äußert.

Shanzhai Product Hacking: Ein etabliertes Geschäft in China und Fernost allgemein. Hardware-Manufakturen für maßgeschneiderte Produkte und kleine Kassen. Die oben genannte Technikkompetenz zeigt sich vor allem hierin: Jugendliche haben auf breiter Ebene keine Angst vor dem Gerät und nutzen es wie es ihnen gerade gefällt. Im großen Stil werden alte Pads auseinandergenommen auf wunderbare Form wieder zusammengesetzt: Fernbedienungen, JackPads, Videophones und Spielkonsolen. Alles was dazu gehört sind einige Chips aus Off-the-Shelf-Graphikkarten und eine Plastik-Verschalung aus einer Auto-CAD-Manufaktur. Easy Money.

Beamer: Die Beamer-Technologie wird immer besser und billiger. Sie wird in unsere neuen smarten Autos als HUDs eingebaut werden, als Werbung in Schaufenster und unter Wolken. Coole Dampfschirme werden die Leinwände ersetzen. Stäbe werden die Pads mittelfristig ersetzen; aus ihren Seiten wird man Bildschirme ausrollen können. Unter Strom werden die Bildschirmfolien fest und sind berührungsempfindlich. Eine interessante Neuerung werden die Desaster-Warnungen werden – ähnlich wie die Werbungen projezieren auch sie ihre Warnungen in die Rauchwolken der Störfälle.

Short Range Document Transfer: Unter dieser oder einer ähnlichen Abkürzung werden endlich schnelle und bandbreitenstarke Übertragungen zwischen zwei Pads möglich werden. Und wir treffen uns wieder in dunklen Ecken, um Warez zu tauschen.

UrbanNotes: Notizen, Internet-Addresse oder Bilder, die in RFID-Aufkleber gespeichert werden und nur im Umkreis von wenigen Metern lesbar sind. Ihr Aufkommen hat dazu geführt, daß Empfänger für sie in Handys eingebaut werden. Die Aufkleber können in kleinen Serien von speziellen RFID-Druckern hergestellt werden. Häufig werden sie für Underground-Parties genutzt, aber auch in Wahlplakate werden sie eingedruckt. Bisweilen werden sie auch von Dealern genutzt, um ihre wechselnden Standpunkte zu veröffentlichen. Zu diesem Zweck werden die Informationen fragmentiert und auf verschiedene Standorte verteilt.

Abenteuer mit CyberUtilities
Briefträger: Es gibt Dinge, die sich nur handschriftlich niederfassen lassen. Dazu gehört das Testament einer älteren Dame, die ihres per Post an ihren Anwalt geschickt hat. Sie ist seit dem DotCom-Boom maßgebliche Teilhaberin eines Unternehmens, daß mittlerweile achtmal übernommen wurde. Einer der Börsenverantwortlichen des Unternehmens gibt der Gruppe 48 Stunden, um herauszufinden, welche Eignergruppe die Aktion unter ihre Kontrolle bringt.

0-Day: Ein Hacker hat eine kritische Schwachstelle im größten Authentifizierungsdienst am Markt entdeckt. Die Spielergruppe steigt ein in eine unerbittliche Hatz nach dem Hacker und seinem Code.

Falsche Adresse: Einer der örtlichen Shanzhai-Techies hat eine Lieferung von seiner Chip-Schmiede bekommen, die er nicht erwartet hatte. Ein Stapel experimenteller Hardware wurde an ihn statt an eine örtliches R&D-Center geschickt. Er wendet sich an die Charaktere mit der Bitte um Schutz, denn er weiß, daß dem Paket nur Ärger folgen wird. Und tatsächlich tauchen kurze Zeit später zwei Meatboys eines Syndikats vorbei – sie folgen dem Ruf eines Hackers, der die SQL-Injection-Attacke ursprünglich im Versandsystem der Schmiede untergebracht hat. Wenige Stunden später hat auch die Schmiede von ihrem Fehler Notiz genommen und schickt ihr eigenes Team von Armed Damage Control Specialists.

Sabotage: Passt immer, insbesondere aber im Bezug auf Fahrzeuge. Es gibt dutzende von Systemen, die die Sicherheit der Fahrt gewährleisten. Als Mensch gewöhnt man sich daran. Falls diese Systeme ausfallen, kommt es zu wahrlich gigantischen Karambolagen. Die ersten Kinder sind diesbezüglich schon in den Brunnen gefallen, so daß die Regierung nun Aufrüstungen auf Fahrkontrollsysteme der dritten Generation steuerlich begünstigt. Diese lassen sich nicht vernünftig tunen, weshalb sie nicht angenommen werden. Das Resultat in diesem Fall ist ein Toter weil er korrekt fuhr. Seine Wettbewerber in Tuning Contest wollten ihm ans Kunstleder und bekamen es. Die Frage ist: Welcher? Die Gruppe wird sich in die Tuner-Gemeinde einschmuggeln müssen, um das herauszufinden. Vier Wochenenden Polo-Club Bergstraße, olé.

Short Range Document Transfer: Stell Dir vor Du bist wichtig. Stell Dir vor, Du hast Deinen Rechner seit zwei Wochen nicht mehr gepatcht. Stell Dir vor, ein Virus schiebt deine privaten Dateien zu allen Passanten mit offener Schnittstelle. Glaubst du, du wärst hektisch?
Glücklicherweise gibt es dafür Budgets und Leute, die jede Person auf deinem Weg identifizieren und besuchen können. Diese Leute heißen Abenteurer.

Fragments: In nur 48 Stunden müssen 12 RFID-Tags in der Metropolregion gefunden werden. Jedes Tag enthält einen Hinweis auf das folgende Tag sowie einen Tip für den Aufenthalt des Entführungsopfers. Das erste Tag befindet sich außen auf dem Kirchturm, das zweite im Keller einer Ghetto-Hütte, und so weiter.

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Kategorie: Cyberpunk, Spielerei

Unterhaltung 2010

16. Juni 2010 - 16:44 Uhr

Die in der vergangenen Woche dargestellten Eckpunkte unserer Realität im Jahre 2010 sind nicht wirklich ausreichend für echten Cyberpunk. Das Genre lebt schließlich von der Überhöhung. Alles muß einen Tick krasser, greller und schneller sein. Style over Substance.

Drum hier einige Trends, die wie in Near Future wirklich haben können. Und natürlich Abenteuerideen. Es geht hier ja um Content.

Space Jumping: Fallschirmspringen aus dem Low Earth Orbit. Was sonst sollte nach Bungee Jumping noch kommen? Abgesehen davon kommen zivile Flugzeuge wie die Space1 immer höher hinaus. Dies macht den Sport langfristig auch für den Mittelstand bezahlbar und damit hip.

‘Gater: Leute, die als Hobby und in der Community Kriminalfälle aufdecken, die von der Polizei nicht bearbeitet werden (‘Gater von Water-, Climate- und anderen ‘Gates). Die Informationen sind da, es braucht nur Menschen, die sich darum kümmern. Anderen Namen werden Intelligence Blogger sein.

Label Rocker: Das Geschäftsmodell der großen Labels ist schon seit Jahren in Schieflage. Sie werden in Zukunft eher als Talentsucher, ideologische Prüfeer und Rechtevertreter auftreten, die die großen sozialen Netzwerke abfischen und ihren Fang den Großkonzernen zum Sponsoring anbieten. Diese finanzieren die Konzerte in den großen Hallen vor, mit denen dann ernsthaftes Geld verdient wird. Beim Verkauf von Content verdienen in ihrem Geschäftsmodell zu viele Menschen mit und ist so vom Volumen her nicht relevant. Eine besondere Aufgabe haben die Labels noch im Ausdeuten und Ausformulieren von Trends, wie auch dem Bereitstellen von unterstützenden Inhalten, je nach ideologischem Bedarf.

MySpace Rocker: Um bei den Labels aufzufallen, müssen Musiker noch viel mehr als heute selbständig nach außen auftreten. Ihr großes Ziel ist es, in einem der sozialen Netzwerke die kritische Masse an Fans zu erreichen, mit denen sie den Labels auffallen. Gleichzeitig macht sie das für bestimmte Käuferschichten uninteressant. Denjenigen, die immer das Neue suchen, helfen Netzradio-Shows, die sich auf Unsigned Acts spezialisieren. Mithin sind die preiswerten Online-Vertriebsmöglichkeiten für einzelne Bands auch genug, um sie über die Runden zu bringen, teilweise auch zu bescheidenem Wohlstand zu bringen. Die Sommerhits machen aber immernoch die Labels.

MMORPG XP: MMORPGs werden als Suchtmittel erkannt. Dies wird mehrere Effekte haben: Zum einen werden legale Spiele entstehen, die Timer besitzen und kurze, abgeschlossene Aufgaben anbieten. Zum anderen werden die Hardcore-Spiele über versteckte Server in Darknets zur Verfügung gestellt. Jede Sucht findet einen Lieferanten.
Vollständig verbieten kann man die Spiele nicht, dafür ist ihr Nutzen in kleinen Dosen zu hoch. So werden sie beispielsweise bei der Erziehung von Brennpunktkindern eingesetzt, aber auch als Mittel zum Team-Building in Unternehmen. Schließlich werden über den Umweg der MMORPGs alte Rollenspielkonzepte ins Projektmanagement Einzug erhalten, inklusiv SideQuests und Endgegnern.

Was bedeutet das für unser Cyberpunk 2010?
Der Seltsame Fall von Sherlock23: Die Kassiererin Henriette, 52, wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Obwohl alles auf einen Raubmord hindeutet, scheint doch irgendwas selstam. Warum wurde sie gefoltert bevor sie starb? Und was ist ihre Verbindung zu Sherlock23, der Grauen Eminenz der ‘Gater-Szene der Stadt.
Notbremse: Ein PR-Manager kommt mit einem heiklen Problem auf die Charaktere zu. Einer seiner gesponsorten Musiker hat sich als faules Ei entpuppt – seine Vergangenheit als Drogenhändler stand nicht in seinem Lebenslauf. Die neue Kampagne, mit der er identifiziert werden wird, startet in drei Wochen. Bis dahin muß das PR-Desaster eliminiert sein – auf die eine oder andere Weise.
Clickjacker: Die Anzahl an Friends und Followern auf den einzelnen Netzwerken ist für Musiker lebenswichtig – viele stehen mit dieser Zahl auf und gehen mit ihr ins Bett. Ihre Manipulation ist folglich sehr gewinnbringend. Die Gruppe wird in diesem Fall von einem jungen Musiker hinzugezogen, der seit Wochen stagnierende Zahlen verbucht, obwohl seine Live-Konzerte gut laufen. Jemand blockt seine Friends-Funktionalitäten und DoS-ed seine Seite. Ist es der Label-Agent, der sein Konkurrenzprodukt durchsetzen möchte? Ist es der neidische Kollege aus der früheren Band? Oder doch der mißgünstige Ex-Lover? Griechische Tragödien im sozialen Netzwerk.
Dunkle Ecken im Netz: Bei einem Lagerhausbrand kommen zwei Menschen um. Zunächst spricht alles wieder für einen Raubmord, bei dem die Beweise vernichtet werden sollten. Auf den zweiten Blick hatten die beiden Opfer aber nichts zu bieten. Auch wurden die Sicherheitsanlagen zu professionell gestört. Geht es vielleicht doch um die kleine Rechnerfarm, deren geschmolzene Überreste sie in einer ecke der Lagerhalle finden? Wenn ja, warum sollte man Spiele-Server auf diese Weise zerstören? Welche Daten hatten die Spieler dort abgelegt?

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Kategorie: Cyberpunk, Spielerei

Wie sieht Cyberpunk 2010 aus?

13. Juni 2010 - 20:21 Uhr

Technologie
- Überall Elektronik
- Ausloten der Möglichkeiten des Internet, die Welt zu beeinflussen
- Weitgehende Netzabdeckung & Internet als in den Tagesablauf integrierte Alltagstechnologie
- Beginn der Nanopartikel, 10 Jahre vor dem Staubtod (Pseudo-Krupp durch nicht-zersetzbaren Staub)
- Schwenk zu verteilten Infrastrukturen durch Photovoltaik und ähnliche Konzepte
- Fortgeschrittene Prosthetik, aber keine Cyberware
- Computing Power on Demand und Grid Computing
- Technologie, die von DotCom-Millionären getrieben wird
- Elektronisches Training mit Spielkonsolen
- Neulicht und LEDs

Gesellschaft
- Privatsphäre auf der Schneide
- Ende der Konsolidierungsphase post-1990
- Alle kommen von überall – die Unmöglichkeit jemanden anhand des Phaenotyps einer Nationalität zuzuordnen
- Integration großer Mengen an Ex-Geheimdienstlern in Private Security & Söldner-Dienste
- Kontinuierliche Produktion von Kämpfern in den Krisengebieten Afrikas, des Kaukasus und in Slums weltweit
- Kontinuierliche Destabilisierung des Nahen Ostens
- Rückkehr der Piraten an verschiedenen Orten der Welt
- Wettlauf der Tiger-Nationen erster und zweiter Generation
- Massiver Einfluß von Großkonzernen auf Medien und Politik
- Beginnennde Gegenbewegung gegen übertriebenen Merkantilismus
- Verlust staatlicher Kontrolle über die Geldwirtschaft
- westliche Kirchen im kontinuierlichen Kampf um Einfluß

Medien
- Scareware abounds
- Zersplitterung in Sparten bei Beibehaltung von generellen Themen
- Mediengetriebene Politik
- Fragmentierung in individuelle und aggregierte Internet-Angebote
- Urheberrecht und Creative Commons
- Print on Demand
- Kakophonie kreischender Kinder

Krieg
- Aufkommen unbemannter Systeme – Dronen und Roboter
- Endgültige Abkehr von der Feldschlacht hin zur asymmetrischen Kriegsführung von Armeen gegen organisierte Zivilisten
- Intensive Nutzung von elektronischer Überwachung zur Identifizierung von Zielen
- Nutzung des Internet zur internen Kommunikation und zur Propaganda
- Bombenanschläge zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung
- Ablösung europäischer Konflikte durch Sport und EU-Ausschüsse
- UN als moralische Instanz des Westens
- Laser-Waffen in der Generation 0
- Aufkommen von Satelliten-Kriegsführung
- Infrastruktur-Hacking a.k.a Cyber-Warfare und konzertierte DOS-Attacken
- Integration von Computer-Simulationen/Spielen in die Vorbereitung von Kampfeinsätzen

Was tun Cyberpunks heute?
Hacker/Techie
- Botnets bauen und vermieten
- Für die Organitskaya oder die PLA 0-Days bauen und Daten aus Hi-Tech-Unternehmen ernten
- Physical Credit Card Scams
- Online Credit Card Scams: Phishing et al
- Pentests
- Funktechnik, Aufbau und Abhören von Kommunikationsnetzen

Solo
- Private Security im Irak & Afghanistan (http://de.wikipedia.org/wiki/Private_Security_Company_Association_of_Iraq)
- afrikanische Kleinkriege
- Besatzung auf Frachtern am Horn von Afrika, in der Straße von Malacka et al
- Leibwächter für Media, Magnaten und Politiker
- Ex-Djihadi
- Terrorist-for-Hire

Media
- Blog/Online-Journalismus
- Reisejournalist
- Fernsehjournalist
- VorOrt-Korrespondent
- Politiker

Fixer
- Waffen
- Drogen
- Diamanten
- Personal
- Parties
- Media Management

Rocker
- Schauspieler im Internet-Drama
- MySpace-Rocker
- Local Hero
- Club-DJ

GangMember
- ‘Rockerbanden’ (Hell’s Angels, Banditos et al)
- Ethnische Drogenkartelle
- Wigger
- Schlepper und Schieber
- Organitskaya
- Triaden
- Mafia
- L.A. South Central
- Brooklyn Sprayer
- Parcour Masters
- Schwarzer Block
- Harter Kern (links, rechts, Splittergruppen)

Corporate
- Banker
- Defense
- Media
- Lobby
- Good Governance Expert
- DotCom-Entrepreneur

Cops
- Local Cop
- Bundespolizei
- ‘Sicherheitsdienst’
- FBI, EuroCops, FSB
- Zielfahnder
- Korruptionsfahnder/SEC Inquisitor

Nomads – existieren als solche mit der Fähigkeit Family nur bedingt
- Reisende Consultants?
- Wanderarbeiter (Spargelstecher bis chinesische Arbeitskolonne)
- Vertriebene?

Warum schließen sich Cyberpunks zusammen?
Oder auch: Welche Kampagnen bieten sich an?
- Öko-Aktivismus
- Investigative Journalism
- Spin-Team nach einem Störfall
- Security für einen Oligarchen
- GSG, SEK, Speznaz, CIA Hit Team, SEAL, SAS, SBS, Legion Etrangère, Private Security, etc in einer Hotzone

Sample Cyberpunks
- Der Reisende Corporate-Consultant (Nomad/Fixer)
- Service-Techniker (Techie)
- Der interne Projektleiter (Corporate)
- Pentest & Risk Analysis Experte (Netrunner)
- Ex-Geheimdienst Hitman (Solo)
- Aktivist (Media)
- Kartell-Kommunikationsspezialist (Netrunner/Techie)
- GangBoy (Ganger)
- Zielfahnder (Cop)

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Kategorie: Cyberpunk, Spielerei

Cyberpunk 2010

8. Juni 2010 - 12:20 Uhr

Cyberpunk kommt wieder. Nicht nur in aufgewerteten Telespielen wie Deus Ex, auch sonst habe ich den Eindruck, daß dieses Genre sich wie ein stiller Wiederkehrer von hinten an uns ranschleicht. Da stellt sich für mich die Frage – Wie sieht Cyberpunk heutzutage aus? Wie kommt der Techno-Shock mit den Technologien des neuen Jahrtausends zurecht?

Betreiben wir zuerst Vergangenheitsbewältigung. Cyberpunk als Genre ist ein Produkt der frühen Achtziger. Das Motto ‘No Future!’ war sinnprägend für den damaligen Zeitgeist und die damalige Fiktion. Die Technik hatte damals noch einen sehr kruden Stil. Auch wenn Case aus Neuromancer schon mit einem Neurolink vernetzt war, seinem Kollegen Johnny Mnemonic platzte bei der Datenübertragung noch beinahe der Schädel. Am präsentesten ist dies im Rollenspiel Cyberpunk: Die erste Version, Cyberpunk 2013, glitzerte noch voll verchromter Brillen, ruckelte voran mit dem hydraulischen Zischen künstlicher Beine und lagerte seine Daten in Bulletin Board Systems. Es war das Jahr 1987, Neonfarben und Acid waren in. Alles hatte die mechanische Schönheit gußeiserner Dampfmaschinen.

Fast Forward. 5 Jahre später kam dann die nächste Version des Spiels raus. Cyberpunk 2020. Alles hatte sich weiterentwickelt – neue Technologien gab es kaum, aber alles war geschmeidiger, subtiler und stilvoller geworden. Der Fokus ging weg vom verwüsteten Mittleren Westen und den East Coast Combat Zones hin zu den palmenbesetzten Stränden von Cannes, an denen sich europäische Golden Kids vergnügten. Sicher, die Palmen waren künstlich, aber die Technologie sie herzustellen kostete mehr als ein asiatischer Kleinstaat. Cyberpunk war erwachsen geworden, war von ungehemmter Anarchie zu einem Haifischbecken mutiert, in dem das Comme il Faut über mehr als nur das Überleben entschied. Chrom war out, unauffällige Boss-Anzüge mit eingewobener Spinnenseidenpanzerung war die neue Kleiderordnung.

Und damit hatte sich das. Das neue Jahrtausend kam näher und näher, zwar gab es Milleniumsängste noch und nöcher, aber der Geist des ‘No Future’ war in der Love Parade verloren gegangen. Cyberpunk verlor seine Grundbedingung, der offensichtliche Niedergang der menschlichen Zivilisation. Die Zeit war zu positiv. Aber es passte sich an: 1995 folgte Cybergeneration, das Rollenspiel der technisierten Blumenkinder. Es spielte im Jahre 2027 und ganz in der Aufbruchstimmung der Zeit prophezeite es den Aufbruch alter Strukturen durch neue Technologien. In der Realität war es das Internet, im Spiel war die Nanotechnologie. Die kleinen Leute hatten plötzlich eine Chance, konnten sich wehren und witterten Hoffnung.

Das neue Jahrtausend kam und ging vorüber. Die Rechner liefen überraschend weiter, Fenris ließ den Mond am Himmel und auch das Lamm blieb in seinem himmlischen Stall. Dafür stellten wir verwundert fest, daß es keine fliegenden Autos gab, die uns immer versprochen wurden. Auch keine Städte auf dem Mond und keine intelligenten Roboter. Die Futuristen unter uns waren arg enttäuscht, die Konservativen atmeten auf. Immerhin hatte das Internet schon zu argen Umwälzungen geführt, von der dotCom-Blase bis zur Etablierung komplett neuer Handelswege. Aber Cyberpunk? Nein, wir hatten eine Realität des gutwilligen, seichten Abstiegs in eine plastinierte Medienwelt, in eine Politik der kleinen Geister und großer Worte. Alles schien konsolidiert, akzeptabel und eigentlich ganz ok.

Und heute? Das verrottete letzte Jahrzehnt hat einen neuen Nährboden geschaffen. Wieder gibt es einen unübersehbare, Neue Technologie: Nanos überall. Wieder pfeifen die vom aussterben bedrohten Spatzen den Untergang der Erde von den Dächern. Und jedem ist klar, daß das Schmierentheater der Politik letztenendes von MegaCorps bestimmt wird. Es ist eine öde Zeit und sie fordert ihre Cyberpunks. Die Vorboten sind da: Hacken für jedermann ist da, Hi-Tech-Spionage-Equipment gibts für nen Zwanni und Nachtsichtgeräte bei Tchibo. Aber wie wird diese Inkarnation aussehen? Welches Lebensgefühl wird sie transportieren?

Die Post-Humanistischen Konzepte der jüngeren Geschichten legen eine Grundlage. Die Menschheit fragmentiert in hunderte von Phänotypen, in Verschiedenheit gleich. Das Internet als Alltagsmedium, schon beinahe gleichwertig zur RL. Dazu die Möglichkeit zur 24/7 Überwachung eines jeden integrierten Bürgers, eine Möglichkeit, die die Bürger selbst mit Freuden wahrnehmen. Es ist eine verrückte, paradoxe Welt – eine Welt der Zukunft.

Ich bin gespannt, wo sie uns hinführt.

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