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Kategorie: Meinungsmache


Mensch sein

8. November 2010 - 22:38 Uhr

Eine der schönsten Schwierigkeiten, die man auf Dienstreisen haben kann, ist das Essen. Man reibt sich den Tag über auf, ist im Stress und dann abends noch mal mit der Herausforderung gesegnet, etwas Vernünftiges in seinen Darm zu füllen. Oft genug erübigt sich dies in einem schnellen Döner, in einem Börger oder etwas ähnlich Geschmacksverstärkten. Doch dann findet man einen Ort, in dem der Mensch, die Menschlichkeit und der Gaumen hoch geschätzt wird.
So auch heute. Eine Ente in Pfeffersauce. Jeder Bissen so einschmeichelnd wie … mir fehlt der passende Vergleich. Aber wenn ich mich dabei entdecke, wie ich mitten im Mahle anfange wohlig zu brummen, muß es gut sein. Und das war es auch.
Denn was man bei den Gedanken, ob es nicht auch zwei belegte Brötchen gemacht hätten, oftmals vergisst, ist das gutes Essen sich lohnt. Gewiss, die zwei Brötchen hätten nur zwei Zehntel dessen gekostet, was mein Mahl eben meinem Konto antat. Aber hätte mich das weitergebracht? Nein, denn zwei schnelle Brötchen erinnern mich nur an die atemlose Hektik, die mir mein Tag oft genug bringt. Sie befördern die Spannung, die konzentrierte Fixation auf ein Projekt, das gewiss nicht davon profitiert, daß ich meine notwendige Entspannungsphase darauf verschwende. Drum esse ich gut – wenn ich kann – um den Tag zu beenden.
Bei Bacchus, die ersten Bissen waren eine Ohrfeige für mich und die zwei Fertig-Pizzen, die meinen Mund am Wochenende verödeten. Dann die Kartoffeln, der Spinat … und schließlich eine Zunge voll Pfälzer Riesling – ich war am irdischen Ende des Himmels angelangt.
Man sagt, das Essen sei der Sex des Alters. Aber ich sage Euch: Wer das gute Essen in jungen Jahren nicht liebt, ist nur ein halber Mensch, ein Schatten seiner Arbeit.

Meine Empfehlung:
Food supplied by: Pastis, Bonn
Riesling supplied by: Wolf, Wachenheim

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Kategorie: Amusement, Meinungsmache

Trägheit und Notwendigkeit

28. Oktober 2010 - 22:02 Uhr

Aus Tommaso Campanellas geheimen Büchern

Hospitaliter: Bitte sprich mir von den Gesetzen des Landes, das du betrachtetest.
Genuesischer Seemann: Sie kennen allein zwei Gesetze: Das der Trägheit und das der Notwendigkeit. Das eine beschreibt die Ruhe, nach der alle Dinge streben, das andere die Dinge, die sie vollführen müssen, um ihre ihre Verrichtungen zu vollführen, die ihnen die Götter auferlegt haben.
Hospitaliter: Widerspricht dies nicht dem Aristoteles und den anderen Gelehrten?
Genuesischer Seemann: Nein, denn Trägheit und Notwendigkeit steht über den Gesetzen von Feuer, Wasser, Erde und Luft.
Lass es mich erklären. Der Stein strebt immer dem Boden zu, dies ist seine Natur. Doch wenn der Vesuv seine flammende Galle empor speit, spritzt auch der Stein feuerumhüllt in höchste Höhen. Erst in weiter Entfernung fällt er als Stein zurück zur Erde. Auch das Wasser, wird es erhitzt, flieht vor der dem Feuer zum Himmel. Es spürt die Notwendigkeit dem Feuer zu entkommen, wenn es das Feuer nicht löschen kann. Als Regen fällt es dann wieder zur Erde, wie es seine Trägheit befielt und sammelt sich in Seen und Meeren.
Hospitaliter: So gilt es für die Elemente, doch kann gewiss kein Mensch nach diesem Ratspruch leben.
Genuesischer Seemann: Doch, denn wir tun es alle. Den Bauern treibt seine Trägheit in seine Heimstatt. Es ist allein die Notwendigkeit zu essen, die ihn tagtäglich aufs Feld zwingt.
Hospitaliter: Doch ist der Schollengebundene wie die Erde, die sein Gewand umhüllt. Gewiss haben ihre Granden ein anderes Gesetz für sich.
Genuesischer Seemann: Mitnichten, denn ihre Gesetze gelten für jedermann, ob groß oder klein.
Es sei ein Fürst von erhabenem Blute. Bleibt er an seinem Sitz wie es sich geziemt, so drängt ihn doch bald die Notwendigkeit, ja seine Feinde, in Eisen gehüllt im Feld zu stehen. So wie seine Gegner die Notwendigkeit fühlen, ihre Macht zu erhöhen, spürt er den Drang die Trägheit der Grenzen zu stützen.
Hospitaliter: Dies klingt widersinnig. Wenn Notwendigkeit und Trägheit gegensätzliche Kräfte sind, warum sollten sie sich stützen?
Genuesischer Seemann: So wie der Fürst den Bauern schützt und der Bauer das Feld bestellt. Um träge zu sein, brauch es zuvor großer Mühen. Gleichsam ist die Trägheit selbst wie eine Notwendigkeit der Natur, wie uns Morpheus Nacht für Nacht beweist. Es geht das eine nicht ohne das andere, wie bei den Menschen so üblich. Das Licht bestimmt sich durch die Dunkelheit, die es umgibt.
Hospitaliter: So ist die Trägheit wie die Dunkelheit?
Genuesischer Seemann: So sprechen die Protestanten. Doch auch sie haben nur die halbe Wahrheit. Denn das Licht an sich ist träge. Es sucht sich nicht aus, wohin es scheint, ihm wohnt nur der Wille inne zu scheinen. Die Trägheit aber treibt es voran, ganz gleich wohin. Ob Bauer oder Fürst, alle leuchten unter dem gleichen Schein.
Hospitaliter: So ist auch die Dunkelheit von Notwendigkeit getrieben?
Genuesischer Seemann: Genau so. Sie hat den Drang den Raum zu füllen, in der das Licht nicht scheint. Und bleibt dort bis das Licht es vertreibt. So wird auch das Schwert, daß unsere Herren in finstrer Absicht zücken, nach Zeiten durch das Licht der Vernunft gebannt.
Hospitaliter: Ich sehe.

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Kategorie: Meinungsmache

Aggressive Stürmer

23. September 2010 - 23:26 Uhr

Ich hab was! Ne Sau zum durchs Dorf treiben!
Die ganzen Stürmer in der Bundesliga sind ja alles Ausländer.
Was sagt denn das aus? Ist das ein Fall von schlechter Sozialisierung, die die Jugendlichen aggressiver macht? Ist das ein weiteres Zeichen für verfehlte Einwanderungspolitik? Dunkle Wolken drohen am Horizont, die Nazis könnten Futter bekommen. Wie sich das auslegen lässt!
Es ist natürlich nur eins: Hühnerkacke.
Wie so vieles in diesen Diskussionen. Dieser Überhang an Migrationshintergründen liegt einfach daran, daß man die Spitzenleute gern extern einkauft. Entweder sie sind preiswert und gut oder sie haben Weltruf und ziehen Zuschauer. Sie sind die Bunten Hunde, die vorneweg tanzen. Dafür sind sie da und das machen sie großartig.

Mh, irgendwie nichts dran auszusetzen.

Weitergehen, Passant!

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Kategorie: Amusement, Meinungsmache

Poesie der Wirklichkeit

31. Juli 2010 - 20:34 Uhr

Ein besonderer Vorteil meiner momentanen Lebenssituation ist die Möglichkeit, sich spontan etwas gönnen zu können. So obduzierte ich die wie gewöhnlich angespannte Versorgung mit Nährstoffen in meinem Heime und machte mich dann auf die Jagd. Die Jagd – ein unbestimmter Marsch durch die Quadrate, neugierig und offenherzig auf der Suche nach der Futterstelle du jour. So kam ich an Thailändern, Chinesen und Japanern vorbei, an Bayern, Pfälzern und Deutschen. Zuletzt blieb ich vor einem Griechen stehen – am Stadthof, dem Zentrum Mannheimer Verwaltung – und entsann mich des momentan Suizides des griechischen Staates. Wirtschaftshilfe über Wirtschaften ist ein altes Motiv. Noch die passende Lektüre besorgt und ich war bereit für mein Mahl. Dies gestaltete sich trotz des bedingten Interesses der Bedienung sehr schmackhaft, insbesondere durch die leckeren Sätze des Aristoteles, die meinen Synapsen-Gaumen hocherfreuten. Ein Beispiel: “Die Komödie sucht schlechtere, die Tragödie bessere Menschen nachzuahmen, als sie in der Wirklichkeit vorkommen.”
Bedenkt diesen Satz in kurzer Weile und bezieht ihn auf die Medienwelt. Denn in dieser Befinden wir uns mit Aristoteles’ Poetik von ihren Ursprüngen bis zu ihrer Vollkommenheit. Parallelen sind leicht geschaffen: Von hibbeligen Darstellungen unseres Möchtegern-Staatsmannes Schwesterwelle bis zum aufstoßenden Wackeln einer Kohl-Imitation bietet das komödiantische Kabarett jedes Auswurf schlechter Menschen. Gleichermaßen bieten unerwartete Todesfälle, sein es Torwarte oder Marschierende der Liebe, Dramen, die zu ihrer Erhöhung in göttergleiche Höhen führen. Man könnte nun meinen, die Grenze sei der Tod – den Lebenden sei der Spott, den Toten die Verehrung gewidmet. Man sieht dies allenthalben im Anzeigenteil der Tageszeitungen. Aber dies schneidet die Wirklichkeit nur in ungerader Tangente.
Denn von Dingen, die wir in Wirklichkeit nur ungern erblicken, sehen wir mit Freude möglichst getreue Abbildungen, z.B. Darstellungen von äußerst unansehnlichen Tieren und von Leichen.
Aristotels spricht hier über Freude an der Nachahmung, die seiner Meinung nach die Dichtkunst hervor gebracht hat. Die Menschen “freuen sich also deshalb über den Anblick von Bildern, weil sie beim Betrachten etwas lernen [...]“.
Dies ist auf das Kabarett gemünzt ein Jackpot. Wer will schon Bundestagsdebatten sehen, wenn man den pointierten Singsang unserer Fürstin genauso gut von Herrn Priol vorgeführt bekommt – mit mehr Witz und weniger Lügen. In den billigen Vorabenddramen der High Society gilt dies um so mehr. Mithin ist die Rolle von Paris, William und Amy den Menschen zu zeigen, was geht und was nicht. Meist mit unrühmlichem Ausgang voll Tränen und Niedertracht, mit einer Tragödie eben. Darin sind sie gut, dies ist ihre Forte, auch und insbesondere wenn sie sich selbst für mehr als Puppen in diesem Spiel halten.
Allein, es hakt an einer Sache: “Die Dichtung hat sich hierbei nach den Charakteren aufgeteilt, die den Autoren eigentümlich waren. Denn die Edleren ahmten gute Handlungen und die von Guten nach, die Gewöhnlicheren jedoch die von Schlechten [...]“. Wie mir scheint, gibt es in der Welt der Welt der Sender und der Empfänger mehr Gewöhnliche als Edle, mehr Leute, die den Mißstand pflegen als die Tugend. Gewiß, nach alter Manier gehen in der Alltagspoesie die Guten ins Töpfen und die Schlechten ins Kröpfchen, aber wer mag dies dem Audi-Fahrer erklären, der mit 200 Sachen blinkend den Auspuff erforscht? Er gehört zu den Erfolgreichen, nicht zu den Gewöhnlichen. Ihn interessiert kein Parkverbot, Überholverbot oder Handy-Verbot, denn Erfolg steht unterschwellig über edel oder schlecht.
Was ist das für ein Bild? Und wieviel Nachahmer findet es?
Zu viele, denn der Irrweg in den Auspuff ist ein dritter Weg, der keiner ist. Er führt gen Komödie und Drama, wie jeder andere auch. Meist in die Tragödie, wenn der Brückenpfeiler stärker war oder die Kinder des Erfolgreichen ihren Ahnen verdammen. Bisweilen auch in die Komödie, wenn millionenteure Pferdestärken italienische Treppen hinuntergetrieben werden. Was bleibt sind die Bretter, die die Welt bedeutet. Und mit ihnen die Poesie:

What is our life? A play of passion,
Our mirth the music of division,
Our mother’s wombs the tiring-houses be,
Where we are dressed for this short comedy.
Heaven the judicious sharp spectator is,
That sits and marks still who doth act amiss.
Our graves that hide us from the setting sun
Are like drawn curtains when the play is done.
Thus march we, playing, to our latest rest,
Only we die in earnest, that’s no jest.

Sir Walter Raleigh (1552(?)–1618)

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Kategorie: Amusement, Meinungsmache

Wege aus der Misere

27. Juli 2010 - 22:11 Uhr

Die Abwrackprämie. Ein Thema vom letztem Jahr. Und doch wurde ich heute wieder daran erinnert, denn ich höre SWR2. Eine sehr interessante Diskussionrunde entspann sich dort, bei der mithin ein Faktum in die Runde geworfen wurde. Von der Abwrackprämie profitierten am wenigsten deutsche Marken.

Is klar, diese – Daimler, BMW, die hochpreisigen VW-Marken – operieren vor allem im Oberklasse-Segment. Gleichzeitig wurden bei der Gelegenheit ein ernsthaft großer Stapel an wunderbar funktionierenden Fahrzeugen entsorgt, was in den betreffenden Gebraucht-Branchen zu unnötiger Aufruhr geführt hat. Wenn man dazu bedenkt, daß ein Großteil der ökologischen Ödness eines Autos bei seiner Herstellung erzeugt wird, ist die Stärkung des Verkaufs von Peugeots und Toyotas als wenig geschickt zu betrachten. Gewiss, die anderen haben die gleichen Programme gehabt, aber die Franzosen hatten eine Bonusliste für den Kauf eines Neuwagens anhand des CO2-Ausstoßes und die Koreaner haben ihre Kohle in die Forschung gesteckt. Dagegen sieht die deutsche Maßnahme ziemlich … depp aus.

Es ist ein Beispiel von vielen, aus allen Regierungen. Das Grundelement ist unbeholfener Aktionismus, nach deutschem Stil erstmal overpowered and overgunned. Warum der No-Name-Bohrer, wenn der Kollege doch ne Hilti hat? In solchen Momenten stelle ich mir immer wieder vor, wie ich neben einem steineschmeißenden Zyklopen stehe und schreie: “Ja, ich weiß, daß du das kannst! Aber warum tust du’s dann?”
Als nächstes rege ich mich dann häufig über die EU-Subventionen für Großbauern und Agrar-Konzerne auf. Mir ist momentan kein Tun bekannt, daß dem von Monsanto et al. an Finsternis gleich kommt. Daneben ist die ungleiche Verteilung der Agrar-Subventionen ein Kern vielerlei öder Folgen aus gutem Wunsch. Rein menschlich, nur allzu menschlich alldas – aber deswegen auch änderbar.

Und dann kommen die Verbesserungskonzepte, meist Detail-Lösungen. Kohlepfennig abschaffen und dafür ein paar tausend Tote pro Jahr in chinesischen Stollen hinnehmen. Würd ja auch Ressourcen sparen für die Zukunft. Aber das führt auch zum Aussterben eines kompletten Technologiezweiges in dem Deutschland führend ist. Ja, aber führend sind wir mittlerweile auch in Regenerativen Energien. In der Branche werden genauso viele Leute beschäftigt, wie in der Automobil-Branche. Und hätten die Chinesen nicht vor Jahren alle Produktionsdaten gerippt, wären wir da auch Marktführer. Blöd, eigentlich.

Etc. pp.

Diese logischen Ketten lassen sich zu Bäumen verästeln, die die Server-Farm von Google nicht unter Kontrolle bringt.
Aber glücklicherweise sind wir Menschen menschlich. Mit einer gewissen Vorhersehbarkeit lässt sich das Verhalten der modernen Gesamt-Gesellschaft auf ein Prinzip zusammenstreichen: Geld. So deprimierend das ist. Positiv gesehen bedeutet dies alles aber hauptsächlich eins – wenn man die Finanzen des Staates in Ordnung bringt, kann er plötzlich Dinge bestimmen, anstatt bestimmt zu werden. Plötzlich kann er die Aufgaben erfüllen, für die er erschaffen wurde. Er kann für Recht sorgen, den Bürgern Schutz vor Wegelagerern und den Steuereintreibern der Raubritter bieten. Ein jeder möge für Wegelagerer und Raubritter sein eigenes Bild einfügen.
Aber wie kommt man dahin? Die alte Litanei – Aufräumen der Subventionen, Vereinfachen der Steuern, Entfernen des Blutegels Gesundheitsunwesen. Ein aufrechter Großverdiener kann tausend Familien am Existenzminimum unterstützen. Wenn er seine Steuern zahlt, anstatt sie abzuschreiben. Wenn wir neue Arzneimittel haben wollen, sollten wir Geld direkt in die Forschung stecken, anstatt in die Verwaltung von Kranken. Und das billige Befriedigen von Pfründen über Subventionen ist seit den 7% für Hotels eine Lachnummer.

Die letzten hundert Jahre an Weltgeschichte haben uns gezeigt, daß die Ursache von allem meist monetäres Gewinnstreben ist. Oder an mangelnder wirtschaftlicher Kraft verendet. Es ist folglich sinnvoll, das Problem an der Wurzel anzupacken. Insoweit habe ich einen Aufruf: BRINGT DIE VERDAMMTE KASSE IN ORDNUNG!

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Kategorie: Meinungsmache

Alle da

11. Juli 2010 - 23:08 Uhr

Im Verhältnis zur Erdbevölkerung relativ wenig Chinesen, aber ansonsten sind alle da.

Im Verhältnis zur Erdbevölkerung relativ wenig Chinesen, aber ansonsten sind alle da.

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Kategorie: Mannheim, Meinungsmache, Photo

Das Problem des deutschen Spiels

11. Juli 2010 - 23:02 Uhr

Das Problem des deutschen Spiels liegt bei der Journaille. Anders als die Nationalmannschaft hat sie sich nicht durch packende Aktionen oder geschickte Spielzüge hervorgetan, sondern durch führende Fragen ohne Abschluß und billiges Phrasendreschen. Die Stadionkommentare sind grotesk in ihrer Banalität, die Nachspiel-Interviews einfaches Stichwortgeben für nichtsagendes Spielergeplapper. Den Spielern kann man das kaum vorwerfen – die arbeiten mit ihren Füßen, weil sie mit ihren Mündern nicht so talentiert sind. Aber jemand, der zwei Minuten vor einem Millionenpublik hat, hat doch die Verpflichtung, sich eine bessere Frage auszudenken als “Wie fühlen sie sich?”.
Sportreporter verschwenden meine Rundfunkgebühren.
Und wenn ich nochmal Kahn und Co. dabei zuschauen muß, wie sie sich selbst produzieren, gibts für ARD und ZDF Fernsehverbot. Warum können sich diese Wanderegos nicht ein Beispiel an Lutz Pfannenstiel nehmen, der seine 20 Sekunden Bildschirmzeit mit einer klaren Analyse des Spiels füllte, anstatt mit Bundesliga-Worthülsen?
Abschließend: BALLACK IST DRAUßEN! Die Hatz nach einer möglichen Headline hat diese unverantwortlichen Journalisten doch direkt in die Sabotage geführt. Warum mußte dieser nicht-vorhandene Streit über die Kapitänsbinde angefacht werden? Ist diesen Menschen nicht klar, daß auch Nationalspieler Zeitung lesen? Wie schwierig ist es, zu den 33 Lebensjahren von Ballack vier draufzuzählen und zu erkennen, daß der Mann bei der nächsten WM zu alt ist? Oder gar zu erkennen, daß die Mannschaft nur ohne Ballack so gut zusammenspielen konnte? Sportreporter ersetzen offensichtlich Kompetenz durch eine Profilneurose – und haben nicht mal das Schamgefühl, ihre Dummheit zu verbergen. Diese Menschen waren die Negativ-Schlagzeile dieser ansonsten sehr schönen WM.

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Kategorie: Meinungsmache

Vorsicht verzerrte Kultur!

1. Juli 2010 - 22:08 Uhr

Schau in den Spiegel

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Kategorie: Amusement, Mannheim, Meinungsmache, Photo

Impressionen aus einer Woche WM

20. Juni 2010 - 13:48 Uhr

1:0 für die Zweite Welt. Ein ums andere Mal haben sich vermeintlich schwächere Mannschaften nicht in der Deckung eingegraben, sondern sind respektlos offensiv nach vorne gegangen. Und waren dabei erfolgreich.

Deutsche Helden kommen nicht aus Deutschland. Sie kommen aus der Polen, Brasilien, der Türkei und Bayern. Darüberhinaus war ich begeistert von dem Fußball, der dort gespielt wurde. Man sah das Training und das Zusammenspiel, man sah ein Team. Schön zu sehen, wenn deutsche Menschen kooperieren, anstatt sich gegenseitig zu zerfleischen.

Die FIFA reguliert auf sehr amateurhafte Weise ihre Schiedsrichter nach. Sehr zum Leidwesen bestimmter Mannschaften.

Schwarzafrikanische Torwarte habens drauf. Ich finde die Jungs voll gut.

Vuvuselas. Verstehst Du mich? VUVUSELAS!

Hohe Bälle funktionieren nicht.

Es tut immer wieder weh, Bälle zu sehen, die am Tor vorbeigehen. Objektive spritzen durch die Luft und teure HochElektronik zerstäubt unter dem Ansturm fußballerischer Energie. Autsch.

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Kategorie: Meinungsmache