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Netrunning 2010

Vergiß die VR.
Willkommen auf der Kommandozeile. Und am Telephon.
Kevin Mitnick hat es propagiert, alle anderen nehmen es mit einem Seufzen hin: Passwörter bekommt man am Telephon am besten. Ein Anruf kostet nicht viel, Vorwände gibt es genug. Wenn das nicht hilft: Öffentliche Angestellte werden nicht so gut bezahlt, daß ein paar von ihnen keinen Hunni nebenbei annehmen würden. Adressen. Finanzdaten. Andere Angestellte geben ihr Passwort schonmal für nen Schokoriegel raus. Da lässt sich schon was machen mit einem überzeugenden Auftreten – und damit meine ich nicht “Ok, ich lass den Granatwerfer im Panzer.” – sondern eher das diskrete eines Anwalts, einer Wirtschaftsdetektei oder als Marktforscher. Was auch immer. Der Hintergrund macht die Story.

Das klingt nicht ganz so sexy wie das originale Netrunning. Man braucht dafür Personal Skillz. Brr. Und dann denkt man sich vielleicht, hey, wir ham doch Second Live und WoW, könnte man da nicht… Nein, man kann nicht. Und zwar aus einem einfachen Grund. Lag. Hier geht es nicht um FPS, hier gehts darum, daß jede Schicht eines Frameworks Nanosekunden kostet. Das addiert sich zu einer hübschen Summe, wenn man sieht, daß jede Komponente eines Programms – GUI, DB, Logik, Validierung, Benutzer-Management und die diversen Schnittstellen – aus mindestens einem Framework bestehen. Die Dinger werden lahm wenn man sie in 3D darstellt. Und wenn irgendwo noch XML im Spiel ist, geht die Performance einfach ins Bodenlose.
Von wegen Spiel, bei Spielen geht das ja auch, fixe Graphik und Logik, kommt da das Gegenargument.
Aber im Ernst, willst Du Speed oder Halus, Choomba? Eben. Denn Du gewinnst mit der Kommandozeile die wunderbare Magie von kleinen Skripten. So winzig, daß man sie in den Metadaten von Bildern verstecken kann.

Wobei wir bei den Hacks sind. Als Klassifizierung und Grundstock für einen zeitgemäßen ‘Run lege ich mal diese drei Phasen zu Grunde:
- Recherche
- Delivery
- Action

Recherche
Finde alles raus, was es über das Ziel herauszufinden gibt. Nicht mehr und nicht weniger. Benutze Suchmaschinen, Mapping-Apps, Forum- und Twitter-Suchen, Social Networking und die Gelben Seiten. Alles hilft und ganz besonders das auf echtem Papier. Denn das gilt. Bits sind flüchtig, Tinte färbt die Faser. Wichtig sind Wohnort, Name des Haustiers, Literaturpräferenzen, Online-Spiele, eben alles. Und ganz besonders natürlich das Betriebsystem, der Browser und die Firewall, is klar.

Delivery
Unter diesem Punkt versteht man die Frage: Wie bringe ich die Nutzlast zum Ziel? Klingt nach Logistik, isses eigentlich auch. Wo steht der Rechner? Welche Schnittstellen bieten sich an? Welche Schwierigkeiten gibt es auf dem Weg? All diese Dinge werden in der Recherche abgehandelt. Und die kann schon mal ne Woche oder drei dauern.
Am Ende sollte man aber ein Set von Angriffsvektoren haben. Davon ist der allerbeliebteste immernoch die Email. Komm schon, klick auf den verlockenden Link… Daneben gibt es noch einen Stapel Clickjacking-Attacken und dergleichen, aber die meisten von denen sind eher was für Gruppen, die sich Carder-Milieu rumtreiben wollen. Was ich eher als Hintergrund für eine Story empfehlen würde, denn als echten Spielhintergrund. Zu lahm. Für gezielte Attacken nutzt man doch besser den obfuskierten(DE?) Link oder die (PDF/Word/Excel/etc-)Datei.
Daneben gibt es noch die allseits beliebten Standardpasswörter auf Netzwerkgeräten und Servern, Abhören von Passwörtern bei Starbucks und admin/admin auf produktiven Testrechnern – der übliche Wahnsinn. Darauf kann ein Hacker hoffen, aber nicht damit rechnen, vor allem nicht weil Management Interfaces nur ins Intranet zeigen. Sollen.

Nope, keine direkten Angriffe auf Firewalls. Exploits dazu sind zu selten und das Patchen zu schnell. So zumindest der Plan. Webserver sind ne andere Geschichte, solange man einen 0day hat, der noch nicht von den Filtern auf der Firewall entdeckt wird. Wenn man dann den Server gepnwd hat, kann man sich langsam aus der DMZ ins Innere aufmachen. Dazwischen liegt noch mindestens eine Firewall, was das ganze nicht einfacher macht. Aber als Nutzlast einer SQL-Anfrage aufs Backend geht da schon was. Von dort aus muß man sich dann weiter bewegen, möglicherweise ohne Kontakt nach außen, nur anhand geskripteter Befehle. Alles sehr tricky und insgesamt mit geringen Erfolgsaussichten gesegnet, außer man ist true 1337. Drum die deppen Links. Damit kommt man einfach und direkt ans Eingemachte.

Ok, sicherlich wollte jetzt jemand etwas von ICE hören, von coolen Abwehrprogrammen und so. Ja, wär cool wenn. Aber die Realität besteht aus einer SMS um drei Uhr nachts, GREP und Log-Dateien. Oder dem Äquivalent als aufbereitete Browser-Graphik. Geh davon aus, daß auf irgendeinem Bildschirm ein Alert auftaucht und auf ein paar Zeilen Kontext-Daten verweist. Diese wenigen Zeilen sagen der armen Sau von der Bereitschaft wie ihr IDS auf den irregulären Datentransfer reagiert hat. Das IDS – Terror der Administration. Bekannt dafür, daß sie so lange False Positives ausstößt, bis man sie abschaltet. Ok, natürlich nicht bei Zielen, wie sie ein Netrunner der was auf sich hält, angreift. Arasaka-Admins bekommen wahrscheinlich Stromschläge für jeden Alert. Alle 5 Sekunden, die das Fenster offen ist.

Action
Unter diesen Bedingungen bildet sich eine Situation, in der ein Trojaner für bis zu eine Woche unbehelligt bleibt, wenn er erstmal durch die Firewall durch ist. Eine Woche, weil davon auszugehen ist, daß entweder ein Virenscan oder ein komplettes Rücksetzen auf den letzten Snapshot einmal pro Woche passiert. Dennoch ne ganze Menge Zeit um Unsinn zu machen. Sinnvollerweise sollte man dabei auf die Übertragung der eigenen MP3-Sammlung verzichten – IDSse nutzen statistische Algorithmen um auffälligen Netzwerkverkehr zu detektieren. All dies allerdngs nur, falls der blöde Desktop nicht virtualisiert wurde und direkt am nächsten Morgen wieder rein und frisch erscheint.

Wenn man denn endlich Zugriff auf den Desktop-PC von Abteilungsleiter X erlangt hat, geht die Sucherei erst los.
Das Postfach eines typischen Execs besteht aus 1/4 Vendor-News, 1/4 Social Networking, 1/4 Projektneuigkeiten und 1/4 langweiliger Administrativa. Kurz gesagt, man erkennt, womit sich der Mensch befasst und welche Probleme es in seinen Projekten gibt. Kann hilfreich sein, oder auch nicht.
Der Abteilungsleiter hat weiterhin Zugriff auf diverse Datenbanken, ein CVS/SVN, das CRM, das ERP-System und die Zeitaufschreibung. Nicht zu vergessen das File-System ist das ne ganze Menge Zeug. Selbst bei Pipes, die so groß sind, daß andere Leute Landmaschinen durchfahren, ist das immer noch zu viel Information. Also heisst es, die Spürnase mit dem richten Such-String anzufächeln. Und dafür braucht man die Ergebnisse der Recherche…
In jedem Falle hilft es, wenn man ein klares Ziel hat.

Final Score
Damit sind wir bei meinem Resumée des Hackens: Um zeitgemäß zu hacken braucht man die ganze Gruppe von Cyberpunks. Ein Face fürs Social Engineering, den Solo für die physikalische Sicherheit und das Beschatten sowie den Netrunner um NMAP zu starten. Über den Fixer ziehen sie sich den Exploit und der Media wertet das ganze aus. Alle haben Spaß. Und wenn mal kein Exploit zur Hand ist, geht immernoch das Post-It mit den Passwörtern unter der Tastatur.
All das bietet keine abgefahrenen virtuellen Welten, aber dafür jede Menge Action in der RL. Also genau das, was ein Spielleiter will.

Veröffentlicht am: 6.10.2010 in Kategorie: Cyberpunk, Spielerei

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Versperrte Reflexion

Veröffentlicht am: 23.09.2010 in Kategorie: Mannheim, Photo

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Aggressive Stürmer

Ich hab was! Ne Sau zum durchs Dorf treiben!
Die ganzen Stürmer in der Bundesliga sind ja alles Ausländer.
Was sagt denn das aus? Ist das ein Fall von schlechter Sozialisierung, die die Jugendlichen aggressiver macht? Ist das ein weiteres Zeichen für verfehlte Einwanderungspolitik? Dunkle Wolken drohen am Horizont, die Nazis könnten Futter bekommen. Wie sich das auslegen lässt!
Es ist natürlich nur eins: Hühnerkacke.
Wie so vieles in diesen Diskussionen. Dieser Überhang an Migrationshintergründen liegt einfach daran, daß man die Spitzenleute gern extern einkauft. Entweder sie sind preiswert und gut oder sie haben Weltruf und ziehen Zuschauer. Sie sind die Bunten Hunde, die vorneweg tanzen. Dafür sind sie da und das machen sie großartig.

Mh, irgendwie nichts dran auszusetzen.

Weitergehen, Passant!

Veröffentlicht am: 23.09.2010 in Kategorie: Amusement, Meinungsmache

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Winkeloptik

Collini-Center mit abgebrochener Brücke

Veröffentlicht am: 21.09.2010 in Kategorie: Mannheim, Photo

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Cyberpunk Comics – Geheime Wunder – 3/n

Wie in allem gibt es bei Cyberpunk-Comics die Highroller, die gut gemeinten Versuche und jene, die irgendwo dazwischenliegen. Heute geht es um letztere, die unbekannten Schätze aus den hinteren Kisten. Sie lohnen sich nämlich auch und manchmal noch mehr als die Schnelldreher in den Regalen. Denn sie sind Cyberpunk im Stoff gefärbt, diese Storys funktionieren nur im Rahmen von Cyberpunk. Falls Ihr auf einer Comic-Börse über sie stolpert, holt sie euch.

Forever Amber: Don Hudson: Amber ist eine Art KopfgeldjägerIn. Sie jagt Mitarbeiter ihrer Megacorp, die gekündigt haben. Denn niemand darf kündigen, es herrscht Vollbeschäftigung. Und zwar unerbittlich, wie ein flüchtender Wissenschaftler feststellt. Konzernintrigen und übertriebener Waffeneinsatz folgen.
Leichte, schnelle Zeichnung, gute Story, einige schöne Twists. Alles, was man sich von einem guten Comic erwünschen kann. Eine Story vor allem für Corps und Solos, die werden sie aber lieben.
Inklusive Game Stats des Hauptcharakters.

Accelerate: Richard Kadrey, Pander Bros.: Hitec Gangers hustling high. Eine kleine Gruppe von Freunden, die sich inmitten der rivalisierenden Gangs des ehemaligen L.A. durchschlagen. Kleine Diebstähle und Abzockereien eskalieren als eine Droge ins Spiel kommt – Accelerate. Das High macht so schnell, daß alle anderen Menschen still stehen. Die Junkies befinden sich in einer gänzlich neuen Zeit, in der einfache Knarren nicht funktionieren. Zu langsam.
Feines Konzept, schöne Ausführung, interessante Storystwists. Gute Unterhaltung. Gutes Material für Ganger und Fixer.

Cyberella: Howard Chaykin, Don Cameron: Der Elektroladen in Roswell hat Alien-Technologie abgegriffen, die ihnen bis zum Ende des Jahrhunderts totale Macht als Megacorp in ihrem Teil der Welt gegeben hat – Slangeliego. Eine Stadt, die sich über die gesamte Westküste der USA erstreckt. Die Bevölkerung hört, sieht und atmet Corporate Propaganda und die fokussiert sich in Cyberella. Als Online-Game, duft und Kleidungsmarke, mit denen sich die einfachen Leute abends in ihre Simulationssärge legen. Alles ist gut, alle sind subliminal beglückt. Doch dann läuft etwas falsch.
Krasse Story-Twists (die teilweise in Richtung Shadowrun gehen), sehr schöne Seiten – leider habe ich nur die ersten vier Hefte von 12. Ärgerlich.

Hypersonic: Dan Abnett, Steve White, Gary Erskine: “2009. The skies over Northern Laos. Below an Army is on the move.” Amerikanische F-16 Piloten in ihrem zweiten Vietnam, diesmal aber direkt gegen die Chinesen. Es ist ein dreckiger Krieg, in dem die Piloten nur noch mit Speed und Amphetaminen über Wasser gehalten werden. Einer der Piloten sieht über dem Schlachtfeld einen Foo Fighter und geht der Sache auf den Grund. Klassische Kriegsgeschichte mit Konspirationen und MIBs.
Großartige Zeichnungen machen die Kriegsgeschichte zu einem visuellen Fest. Lohnend.

Shaolin Cowboy: Geofrey Darrow, Peter Doherty: Schwer zu beschreiben. Und doch so einfach. Zeugnisse hoher Druckkunst, gefüllt mit der besten Comic-Kunst und viel Text. Gesprochen wird der von einem Esel, dem Begleiter des Shaolin Cowboy. Auch Krabben haben Sprechrollen in der Post-Apokalypse. Was aber geschieht? Kämpfe. In Slow-Motion und glorreichen Farben über lange Seiten, kommentiert durch einen plappernden, britischen Esel. Man hat es in der Hand und fragt sich:
Wow. Wow! Aber was mach ich jetzt damit?
Dieses Comic durchschlägt den Absurdometer nach oben. Und dennoch schlägt man es auf und weiß: Diese schönen Hefte haben sich gelohnt.

Veröffentlicht am: 21.09.2010 in Kategorie: Comic, Cyberpunk, Spielerei

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Stürzende Linie

Veröffentlicht am: 18.09.2010 in Kategorie: Mannheim, Photo

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Cyberpunk Comics – One Sh*t Wonders – 2/n

Beim letzten Mal schrieb ich über die Besten der Besten, graphische Novellen mit dem Prädikat wertvoll. Aber die Dinge laufen nicht immer so gut für Comic-Autoren. Manchmal ist es die Verlagspolitik, an der sie scheitern. Andere sind einfach noch zu früh dran, die Welt ist noch nicht reif für ihre Ideen. Diese Dinge geschehen. Aber meistens liegt es einfach daran, daß sie schlechte Storys geschrieben haben.

Die heute folgende Auswahl zeichnet sich dadurch aus, daß es von ihnen jeweils nur eine Ausgabe gab, allerhöchstens zwei. Das gute ist, dies macht sie selten. Das schlechte ist, leider nicht unbedingt begehrt.

August: James Murphy, Stephen Meryk Colgan: Repo Girl in Soho, Londons dereguliertem Borough. Großartige Einleitung, danach folgt das, was man erwarten würde. Ein wildes Gefecht mit einem Klienten, dann die Auftragsvergabe und der Cliff Hanger. Methodisch richtig. Von allen One Shots zeigte dieser die meiste Hoffnung.

Skid Roze: Miles Gunther, Jason Burrows: Ein klassisches Mad Max-Szenario mit finsteren Banden in der dystopischen Wüste und Wissenschaftlern in verborgenen Oasen. Gute Zeichnungen, nette Story, leider ist das Konzept nicht neu.

Zaibatsu Tears: Richard Bartrop: Ich zitiere aus dem Nachwort – “Why Zaibatsu Tears? I suppose the main reason I did it was the apparent absurdity of the concept “funny animal cyberpunk”. Dem habe ich wenig hinzuzufügen. Guter Zeichner, Schwächen in den Dialogen, gangbare Story. Aber CyberFurrys sind einfach falsch.

Zero Street: Thomas Hong: Deutliche Manga-Züge im amerikanischen Format. Nettes Mädchen von nebenan entpuppt sich als Cyborg-Killer. Es folgen wilde Gefechte als sie einen Hit ausführt und an die Wand fährt. Wenig überraschend.

Negative One: Eirich Olson, Robert Kilgore: Hiervon gab es tatsächlich eine zweite Ausgabe. Das liegt sicherlich vor allem an den Zeichnungen, die durchweg gute Qualität haben. Und auch das Szenario ist hinreichend komplex: Die Weltregierung hat die Kernwaffen beseitigt und zum Wohlstand geführt – wie üblich nicht für alle und die Unterschicht gräbt sich nun in den Untergrund auf der Suche nach Unabhängigkeit. Der Held ist der Chef der Anti-Terror-Einheit, in der Story wird er mit einer Reihe von Anschlägen von Dritten konfrontiert. Und die dritten sind natürlich seine Auftraggeber. Das fand ich schade.

Caligari 2050: Ken Holewczynski: Caligari ist ein geheimes Forschungsprojekt in KI-Technologie. Der resultierende Computer wird natürlich selbstbewusst und beginnt menschliche Schläfer zu programmieren. Ein Mensch namens Caesar wird zu seinem Assassinen und führt schlafwandelnd seine Jobs aus. Er begegnet dabei einer jungen Dame, die ihn mit einem ‘Ich liebe Dich!’ zum rechten Zeitpunkt erlöst und den Computer logischerweise zerstört.
Seufz.
Die Idee mit den Sleeper Agents ist gut, der Rest so berechenbar wie das Setup der Story. Leider sind die Zeichnungen genauso unbeeindruckend wie die Story. Falls Ihr zufällig über das Heft stolpert, kauft Euch ne Tageszeitung. Darunter kann man besser schlafen.

Next Time: Nach diesem Rundumschlag folgen beim nächsten Mal einige gute Auftritte, an die man sich heute leider nicht mehr erinnert.

Veröffentlicht am: 18.09.2010 in Kategorie: Comic, Cyberpunk, Spielerei

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Steile Linie

Veröffentlicht am: 16.09.2010 in Kategorie: Mannheim, Photo

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Cyberpunk Comics – eine Auswahl – Teil 1/n

Das Genre Cyberpunk ist in Relation zum Historiendrama eher klein. Vom Film zur Novelle liegen die klassischen Klassiker vorne – mit einer Ausnahme: Comics. Dafür gibt es gute Gründe. Comics sind schnell, verführerisch und vor allem sind die Special Effects billig. Jeder Zeichner wird bestätigen, daß er preiswerter ist als ein Hollywood-Schinken. Und gute Schreiber müssen schreiben – einfach jemand zu überreden, der davon abhängig ist. Also Bilder mit Worten.
Ich lese und schreibe Comics seit einigen Jahren und dabei sammelte sich so einiges an. Einige lesenswerte Exemplare fasse ich mal hier zusammen – hier liegen die Hits, ‘Runs und Jobs einfach nur so auf der Straße der Bilder, genauso wie viele schöne Handouts:

Transmetropolitan: Science Fiction ist der Spiegel unserer Gesellschaft in der Zukunft. Hier ist ein Mann, der diesen Spiegel mit den Milchzähnen von Baby-Seelöwen anschärft, bis er Seelen schneidet. 60 Hefte von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Unbedingte Empfehlung.

2020 Visions: Jamie Delano, Frank Quitely, Warren Pleece, James Romberger, Steve Pugh: Vier Visionen einer Zukunft, verbunden durch eine Doppelhelix. Jeder Blickwinkel anders, aber voll Tiefe und Intelligenz. Verdient meine Nummer Zwei in dieser Reihe.

Lazarus Churchyard: Warren Ellis, D’Israeli: Ein unzerstörbarer Hippie in einer dystopischen Zukunft. Ellis schafft es Gefühle in seine Seiten zu bannen wie später in Desolation Jones. Dazu D’Israeli Art und das Ergebnis ist mehr als ansehnlich.

DMZ: Brian Wood, Burchielli: New York im zweiten amerikanischen Bürgerkrieg. Story-lastig und intelligent. Brian Wood schreibt hier an seinem Meisterstück und das auch schon wieder seit sechs TPs. Das vorhandene Material reicht für ein dickes Quellenbuch.

V für Vendetta: Alan Moore, David Lloyd: Remember, remember the 5th of November… Der Rest ist Stille.

The Nightly News: Jonathan Hickman: 9/11 induced information overload. Eine Konspiration gegen globale MedienCorps. Ein Comic wie eine Website, blitzlichthaft und innovativ. Hyperlinked concept/information rich/fragmentary whole.

Channel Zero: Brian Wood: Kunststudenten im Krieg gegen eine kommerzialisierte Diktatur. Urbane Propaganda Guerilleros, Sprayer, Hacker und Runner. Brian Woods Flugblätter sind legendär. Die Story wie Graffiti, stylische Schlaglichter gegen den schwarzen Mann. Sehr empfehlenswert.

Surrogates: Robert Venditti, Brett Weldele: Die Menschen bleiben auf ihren Sofas und schicken nur noch ferngesteuerte Ersatzmenschen zur Arbeit. Dagegen wehren sich die Rastas, Ludditen des 21. Jahrhunderts. Guter Krimi, grobe, ausdrucksstarke Zeichnung.

Elephantmen: Starkings, Casey, Ladronn: Anthropomorphe Tiere leben in einem Film Noir. Sie sind die Superkrieger des letzten Krieges, suchen heute ihren Platz zwischen den Menschen. Einer von ihnen ist Hip Flask, ein Nilpferd-Detektiv in den Häuserschluchten von Los Angeles. Unter der großartigen Kunst leidet bisweilen die Story, dennoch sehr sehenswert.

Empty Zone: Jason Alexander: Was flaches mit Action. Corrines Black Ops Team ist tot, sie wird verfolgt. Zwischen FlashBacks und übertriebender Gewalt findet sie sich selbst. Cyberpunk in einer Mischung zwischen Rollenspiel und Bladrunner. In gewisser Weise so typisch wie Cyberpunk werden kann. Nice.

Besondere Erwähnung:
Tank Girl: Jamie Hewlett, Alan Martin: Der Klassiker der Grrl-Literatur. Post-Apokalyptische Gewalt, dumme Sprüche und Killer-Känguruhs. Ein Spaß für die ganze Familie.

Grendel: Matt Wagner: Die späteren Bände um Orion Assante hatten deutliche Stilelemente von Cyberpunk – auch wenn Grendel vor allem erstmal Grendel ist – eine Odyssee. Klassiker.

Next Time: Wahrscheinlich auch ein Comic-Titel. Beim nächsten Mal geht es um die Titel, die ich heute vergessen habe.

Veröffentlicht am: 14.09.2010 in Kategorie: Cyberpunk, Spielerei

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Kneipengespräche/Mitgeschnitten

Dadrüben. Sie blickt alle 3,5 bis 7,4 Sekunden auf. Guck net so, natürlich ist da ein Randomizer drin.
Die Frau ist ein verdammter Cyborg, siehst’s net?
Realskin, Alder. Billiges dazu. Die Textur wiederholt sich alle 7 Centimeter.
Die hockt ganz tief drin in ihrem Kopf und spielt nach krasse Art von First Person Shooter.
Fully Immersive.
Von den Voluntary Borgs findest du keinen, der nicht irgendwann nen Titel in den eGames gezogen hätte.
Umgucken, Scheißen, Atmen – alles Skripte.
Verdammte Freaks, wenn du mich fragst.

Was guckst du so?!
Oh.
Du kannst nicht anders.
Sorry, im ersten Augenblick…nimms net persönlich.
Die Haut sieht ziemlich echt aus.
Ach, sie ist echt?
Frisch bezogen? Von wem?

Veröffentlicht am: 29.08.2010 in Kategorie: Amusement, Cyberpunk, Spielerei

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